Per Whatsapp stimmten wir uns den Abend vorher ein. Jetzt weiß ich auch, warum Julian vor solchen Spielen in die Gruppe einlädt: Nicht nur, damit er weiß, wer zum Spiel kommt, nein, damit er während seiner Nachtschicht genau im Blick hat, wer noch wie lange on ist…wie gut, dass ich rechtzeitig auf‘s Festnetztelefon umgestiegen war 😉 Kurz nach 5 Uhr war die Spitzenreiterin! (Wer wird nicht verraten).
Die Mannschaftsaufstellung war dieses Mal für Julian eine echte Herausforderung, aber dafür hatte er auch die ganze Nacht über genug Zeit.
Mici erklärte: „Also ich werde mich morgen umziehen. Kann aber nichts versprechen – nach jetzigem Stand sieht es nicht so supi aus“. Damit alle wusste warum, schickte sie uns dies:
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Frauke, offenbar gerade dabei ihre Tasche zu packen, postete: „Hat jemand vlt. noch ein paar schwarze Stutzen? Finde meine gerade irgendwie nicht“.
Emma und Anja hatten sich ganz abgemeldet und unserer Torhüterin postet plötzlich: „Ich hoffe, ich bin morgen fit, da ich krasse Halsschmerzen habe.“ und fiel dann doch kurzfristig wegen Mittelohrentzündung aus. Während seine Nachtschicht stellte er in Gedanken verschiedene Konstellationen zusammen, um dann vor dem Spiel wieder alles über den Haufen werfen zu müssen, da Frauke, die für Ela ins Tor gehen wollte, verschlafen hatte und Sharleen vermisst wurde. Nach längerem hin und her, erklärte sich Caro bereit, ins Tor zu gehen, bis Frauke kommt. Unser Trainer zeichnete sich trotz dieser Widrigkeiten mit Nervenstärke, Flexibilität, positiven Denken und vor allem guter Laune aus.
Wir waren alle fertig umgezogen, in unseren schicken blau-schwarz gestreiften Trikots. Mici versicherte uns, dass die das kleiner Übel seien, aber wahrscheinlich hatte sie dabei nur im Blick, dass ihr niegelnagelneuen pinkfarbenen Fußballschuhe, nicht zu den roten Stutzen passten, die wir sonst hätten anziehen müssen ;-).

Wir hatten Glück, denn der Schiri kam nicht und so suchte die Heimmannschaft erst einmal einen anderen Schiri. Das gab uns Zeit und wir alle hofften, dass Frauke noch rechtzeitig komme. Als dieser gefunden war, baten wir, noch ein paar Minuten zu warten bis unsere Torhüterin da sei. Für die anderen war das glücklicherweise kein Problem! Die Trainerin erklärte: „Wir wollen Spielen und Spaß haben“.
Da kam Frauke, etwas müde, noch nicht wirklich kommunikativ und ging in ihr Tor. Wir konnten endlich anfangen.
Vivi, unsere quirlige Mittelstürmerin, schoss das erste Tor. Keiner kann sich so schön freuen wie Vivi. ![]()
Caro fehlte leider etwas Glück zum Tor, dabei hatte sie sich einige gute Chancen herausgespielt. Und auch Dodo schoss ein wunderschönes Tor…leider hatte der Schiri vorher Abseits abgepfiffen.
Frauke inzwischen hellwach, deutlich kommunikativer rief von hinten: „He, Pirko, die Blonde da rechts außen, die hast du im Blick?“ „Klar, habe ich die jetzt im Blick!“.
Frauke litt etwas unter Vereinsamung in ihrem Tor. Bei strahlendem Sonnenschein, die Sonne stand leider sehr tief und blende sie, stand sie mit einer Hand über den Augen und jammerte: „ Mir werden die Arme lahm!“. Zum Glück spielte Mici doch durch, denn sie hielt so Frauke da hinten bei Laune.
Kurz vor der Pause jagte ich hinter einem Ball her. Wie gesagt die Sonne stand tief und wir spielten gegen die Sonne, so sah ich nicht, dass zwei gegnerische Spielerinnen ebenfalls zum Ball liefen. Ich spürte nur einen Schlag gegen meinen Kopf und sah, wie die andere Spielerin zu Boden ging.
Ich fasst mich nur an die Stirn, war aber okay. Mici kam gleich auf mich zu und fragte, ob alles in Ordnung sei, was ich bejahte. Da ich keine Anstalten machte, zum Kühlen zu gehen, schickte sie mich kurzerhand raus. So verbrachte ich die letzten Minuten der ersten Halbzeit am Spielfeldrand mit einem Kühlpacks am Kopf. Natürlich hatte sie Recht, wenn ich nicht gekühlt hätte, wäre das wirklich eine Beule geworden. So hatten sich nur der Abdruck der Mütze, die die Gegenspielerin getragen hatte, in meiner Stirn verewigt.
Bis zur Pause führten wir 2:0. Julian erklärte uns in der Kabine, dass ihm das nicht reiche und er noch mehr Tore sehen wolle.
Ein weiteres Tor wollte uns zunächst nach der Pause nicht gelingen. Plötzlich war die Nr 7 durch und rannte alleine mit dem Ball auf Frauke zu. Die blieb cool, warf sich vor sie hin und wehrte den Schuss ab.
Dann hatte ich den Ball abgefangen und um mich herum viel Platz. Da hörte ich auch schon Mici von hinten schreien: „Zieh…Pirko…ja zieh..geh durch!“. Also fasste ich mir ein Herz und ging, bis dann doch eine Abwehrspielerin vor mir stand und ich noch in Richtung Sturm passen konnte.
Endlich gelang uns noch ein weiteres Tor und wir führten 0:3.
Bei Poppenbüttel spielte ein 11 Jahre ältere Spielerin. Respekt, die war wirklich gut drauf und schoss dann auch das einzige Gegentor. Frauke hatte keine Chance.
Aber wir gewannen mit 1:3 das Spiel, unser zweites in Folge, was uns den 6. Tabellenplatz bescherte.








