Archive for the ‘Amüsantes’ Category

Unserer Saison 2014/2015 ein Rückblick

Dienstag, Juni 9th, 2015


Was für eine Saison !?

In der Hinrunde hatten wir uns Platz 5 gesichert und waren damit knapp an der Qualifikation zur starken Rückrunde gescheitert. Wir waren hoch zufrieden, da wir in der mittleren Rückrunde zu den eher stärkeren Mannschaften zählen würden. Durch einen Rückzug einer Mannschaft, waren wir doch dabei und hatte etwas Sorge, ob wir überhaupt Mithalten könnten.

Klar konnten wir das!

Gegen Hellbrock und Lorbeer holten wir mit 2:1 zwei Siege und gegen Niendorf ein 1:1. Gegen den HSV, der schließlich Meister wurde (bei den Damen Sonderklasse immerhin!) haben wir ein starkes 2:3 herausgeholt. Eine super Leistung.

Spiele

Mit 7 Punkten schafften wir Platz 9. Silvana mit 7 Toren auf Platz 6 der Torschützenliste. Das hatten wir noch nie!

Tabelle2015

Mithalten konnten wir aber nur, weil wir überraschend im Winter Verstärkung bekommen haben und was für welche:
Laura, zusammen mit Mici in der Innenverteidigung unserer Viererkette eine Wand, die auch mit nach vorne spielt und insbesondere technisch eine überragende Spielerin ist.
Verena, unsere kleine Unruhestifterin im Sturm, die sich immer wieder durchwuselt und am letzten Spieltag endlich mit einem wohlverdienten Tor belohnt.

Silvana und Verena

Silvana und Verena

Silvana, eine Spielerin nicht nur mit dem absolut härtesten und platziertesten Schuss (ich hatte manchmal das Gefühl, die schießt mich auch mit Ball ins Tor!), die mit jedem Körperteil einen Ball annehmen kann (Originalton Trainer), um diesen dann zielsicher im Tor zu versenken.
Ann Marie unser Youngster, die tapfer einen fast Knockout wegsteckte. Sich vorne durchkämpft und nächste Saison mit Sicherheit auch ein Tor schießen wird.
Natürlich braucht so eine aufsteigende Mannschaft wie wir einen Co-Trainer., den wir mit Lauritz, auch „Boss“ genannt bekamen. Lauritz und Julian sind ein super Trainerteam. Aber Julian, ich glaube ich bevorzuge Lauritz als Torwarttrainer. Nach Deinem Training war ich blitzblau und hatte eine Woche Muskelkater…

Vielen Dank auch an unsere super Fanbase, die uns nicht nur zu den Heimspielen unterstützt, sondern auch weite Wege zu den Auswärtsspielen nicht scheut: Gerrit, Pori, Frank, unser drei Johannisse, Oli, Julians Schwiegermutter mit Jonas, Eltern Lackner und Chris (danke für das Torwartcoaching und die vielen Fotos und Filme).
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Was macht uns aus?
Es macht einfach Spaß in einer solchen Mannschaft zu spielen mit so vielen unterschiedlichen Frauen von 17 bis 49, eine echt coole Truppe.
Megastimmung in der Kabine schon beim Umziehen meisten mit Ghettoblaster…
Eine Mannschaft mit einem unglaublichen Kampfgeist, die, wenn sie will, über sich hinauswachsen kann, wenn wir an unser Spiel in Altona denken (hierzu weiter unten).
Eine Mannschaft, die zusammenhält und fair bleibt, auch wenn es der Gegner nicht ist. Die auch ruhig bleibt, obwohl ein betrunkener Schiri uns pfeift, der einfach das Spiel nicht mehr anpfiff und den Platz verließ.
Eine Mannschaft, die megafeiern kann.

Pirko, Birgit, Emma, Anja und Jessica

Pirko, Birgit, Emma, Anja und Jessica

Vivi und Ann Marie

Vivi und Ann Marie

Jessica

Jessica

Eine Mannschaft, die cool reagiert, als ihr Linksverteidiger, der in der ersten Halbzeit noch im Tor stand, plötzlich im Fünfmeterraum den Ball fängt und ihn der aktuellen Torhüterin zuwirft…
Eine Mannschaft, die vor dem Spiel zeigt, dass sie gewinnen will… es ist ein ganz besonderer Moment, wenn Silvana den Kreis einläutet und uns zu unserem Teamruf anpeitscht.

KreisRothenburgsort

„Ich fühle mich so in der Mannschaft wohl. Ihr gibt mir Tipps. Jedes Mal wenn ich beim Training bin, lerne ich was neues. Ihr seid eine super Mannschaft und danke, dass ich ein Teil von sein darf.“
Denise, unser letzter Neuzugang

Mici unsere Mannschaftskapitänin fasst es kurz und knapp zusammen:
„Meine tollsten Momente mit euch , sind die Begrüßung von neuen Spielern. Jeder wir bei uns aufgenommen. Wir feiern jeden und alles. Wenn man zum Training kommt, guckt man immer in lächelnde Gesichter. Das ist er Wahnsinn!
Ich kenne keine Mannschaft, wo Jung und alt so gut zusammenpassen wie bei uns.

Und das Beste: bei uns gibt es niemals Schuldzuweisungen. Ihr seid alle miteinander einzigartig und das bring so viel FUN! Ich freue mich, ein Teil von Euch zu sein. Ein Teil von einer Mannschaft, in der jeder für jeden einsteht und jeder willkommen ist. Ihr seid die Besten.“

Mici

Mici

Unser aller Highlight war mit Abstand das Spiel in Altona, unsere Schlammschlacht.
Altona, dritter der Tabellen und eine wirklich leistungsstarke Mannschaft, empfing uns auf einem Grandplatz bei Regen. Super!

Altona

Ich war schon nach dem Aufwärmen voller Schlamm, das lässt sich als Torwart nicht vermeiden. Mir war das egal, denn wann wird von einer über 40 jährigen Frau erwartet, dass sie sich in den Matsch wirft?

Aufstellugn

Leider begannen wir alles andere als stark. Bereits in der dritten Minute kassierten wir das 0:1 und dann im 10 Minutentakt ein Tor. Wenigstens kurz vor der Pause gelangt Vivi das Anschlusstor zum 1:4. Ich rechnete schon hoch und dachte nur, oje, hoffentlich wird das nicht zweistellig… Einen Schuss konnte ich abwehren, aber nicht festhalten. Ich lag im Matsch und hörte hinter mir Schritte, dachte es wäre ein Gegner und machte einen Satz zum Ball. Doch dabei riss ich Mici um, die den Ball wegschießen wollte. Beide lagen wir im Matsch…
Das Tor vor der Pause hatte unseren Kampfgeist geweckt. In der 44. Minute schoss Silvana das 2:4 und vier Minuten Später das 3:4… wir wollten das Unentschieden und kämpften. Doch leider schossen die Altonaer dann in der 54 Minute das 3:5, den Endstand.

Mannschaftsfoto nach dem Spiel in Altona

Mannschaftsfoto nach dem Spiel in Altona

Wir feierten diesen Endstand wie einen Sieg. Es war die Megacoolste Stimmung in der Kabine. Wir waren alle bis auf die Haut durchnässt und voller Schlamm, das Wasser verfärbte sich bei Duschen braun, aber megaglücklich.

Mein Top 1 Moment der letzten Saison war beim Spiel gegen Niendorf
Da uns schon vor der Hinrunde unsere Torhüterin verlassen hatte, spielten wir mit wechselnden Torhütern. Nachdem ich feststellte, dass ich trotz Arthrose in den Daumen im Tor spielen kann und es mir Spaß gemacht hat, sagte ich zu, die Rückrunde im Tor zu stehen.

Hinrunde

Mein persönliches Ziel, kein zweistellige Ergebnis zu fangen und wenigstens ein Spiel zu Null zu spielen, schaffte ich fast… immerhin haben wir dreimal zu 1 gespielt.
Im Heimspiel gegen Niendorf hatte ich bis zu 45 Minute die Hoffnung, es doch noch zu schaffen. Doch da machte mir eine meiner Lieblingsverteidigerinnen einen Strich durch die Rechnung: Ich sah den Ball aufs Tor zukommen, lief auf ihn zu und rief „ich habe ihn!“ (ja, ich kann das durchaus!). Erwartungsvoll sah ich ihn bereits in meine Arme rollen, doch ganz kurz vorher, ein kleiner Kick und direkt vor meiner Nase wurde mir der Ball von der eigenen Verteidigern weggeschossen, direkt vor die Füße der Niendorferin, die ihn ins Tor schoss. Aus der Traum…
Wenigstens schoss Vivi in der 67 Minute den Ausgleich. Da kam in der 79 Minute eine Spieler mit Ball auf Mici zu, die kurz vor dem 16 Meterraum stand. Ganz entspannt dachte, ich: „Klar, das klärt Mici, wie gewohnt“, doch dann war die plötzlich an Mici vorbei und lief zusammen mit einer anderen Spielerin von Niendorf auf mich zu. „He, so kurz vor Schluss, lasse ich mir doch das Unentschieden nicht nehmen…“, dachte ich, und lief auf die beiden zu, warf mich hin und hatte ihnen den Ball abgenommen. Mici kam sofort auf mich zu und rief:“Pirko, Du geile Sau!“. Gibt es ein schöneres Kompliment von einer Kapitänin?

Um mit Sarahs (übrigens noch ein vielversprechender Neuzugang) Worten zu enden: “ Ich freue mich schon riesig auf die nächste Saison und muss sagen, dass es mit Euch riesig Spaß macht, Ihr seid echt ne coole Truppe“
Hüpfenviele

Woran erkennt man, dass man alt wird?

Samstag, November 16th, 2013

“Pirko, Du kannst Dir nicht vorstellen, was mir letzte Woche auf dem Konzert von Olly Murs passiert ist, es war ganz schrecklich!”, sagte mir meine Freundin Janina (34). “Und was war so schrecklich?”, fragte ich. Sie erklärte: “Ich bin ja bei solchen Konzerten immer zeitig dort. Da standen die ganzen Teenies, so zwischen 12 und 14 Jahre alt am Eingang und unterhielten sich über Hausaufgaben, Lehrer, Zahnspangen und Ausgehzeiten! Gut, das war schon klar, dass dort viele Jüngere (mit ihren Eltern) ins Konzert gehen, aber dann kam doch tatsächlich so ein Mädchen auf mich zu und fragte mich : > Entschuldigen SIE (!!!), können SIE bitte sagen, dass SIE meine MUTTER sind, damit ich länger auf dem Konzert bleiben kann?“ Ich hätte der am liebsten einen geknallt!< Das war zugegeben hart und sie ahnte: Sie ist alt! Aber woran erkennt man, dass man alt wird? Bis zu einem gewissen Alter nimmt jeder es wahr, wir fiebern gerade drauf zu: Endlich alt genug, um in den Kindergarten oder die Schule gehen zu dürfen, dann in die Disco. Endlich 16 und ich darf Wein trinken, endlich 18 um Führerschein zu machen, zu wählen und sein eigenen Lebens zu führen. Tja und dann wird es uninteressant. Irgendwann bleibt man stehen, nimmt nicht mehr wahr, dass man älter wird. Warum auch? Das erste Mal, dass ich fühlte, ich werde älter, war, als ich nicht mehr die Top Ten der Charts kannte. Okay, jetzt ist es soweit, dachte ich. Lehrer sind auch ein gutes Beispiel: Lehrer sind immer älter als man selbst, zumindest als Schüler. So muss es sein. Dann war ich auf einem Geburtstag einer Freundin, einige ihrer Freunde waren Lehrer. Oh, Lehrer sind plötzlich genauso alt wie ich. Das war schon ein komisches Gefühl, bis mein zweitältester Sohn eingeschult wurde …seine Klassenlehrerin war jünger als ich und dann einige Jahre später dachte ich, dass ein langjähriger Lehrer ein Referendar wäre. Gut…ich werde alt! Vor drei Jahren war ich mal wieder an der Uni, hörte mir eine Vorlesung an. Boa, was sich da an der Uni inzwischen getan hatte: Professoren mit Powerpoint-Präsentation und nicht mehr mit unleserlichen Schmierereien auf einem Overheadprojektor. Ich war ganz begeistert. Doch der Rest war schnell vertraut, als wenn ich gerade erst von der Uni war…bis eine Studentin sich zu mir rüber beugte und fragte: ”Entschuldigen SIE, können Sie mir einen Stift leihen?”. Sie hatte mich doch tatsächlich gesiezt! Das tat schon weh…an der Uni gesiezt zu werden. Doch dann kam es noch schlimmer: Ich war mit meiner Basketballmannschaft zusammen...nach dem Training auf ein Bierchen. Sie bestand aus Spielerinnen zwischen 18 und 39 Jahre. Ich war inzwischen die Älteste. Eine Mitspielerin erzählte, dass sie nächste Woche Führerscheinprüfung habe. Da holte die andere ganz stolz ihren Führerschein raus, zu meinem Erstaunen, eine kleine Scheckkarte. Hätte ich doch bloß meinen Mund gehalten: ”Wie!? Sieht so jetzt ein Führerschein aus? Gibt doch mal her! Wie lustig!”. Die beiden guckten mich mit großen Augen an. Dann erklärte unser Trainer, um einiges jünger als ich, ganz souverän:” Ein richtiger Führerschein sieht so aus!” und holte seinen rosa Führerschein heraus, der etwa halb so groß war wie eine Postkarte. Ich konnte nicht anders und lachte ihn aus: ”Arik, weißt du überhaupt, woher das Wort Lappen kommt?” Ich holte meinen großen, grauen Führerschein von 1985 raus.

Führerscheinkl
Man achte darauf, dass oben noch „Fräulein“ steht!

“Wie das ist Dein Führerschein? Zeig doch mal!”. Mit diesen Worten wurde er mir von meinen Mitspielerin aus der Hand genommen. Es ließ sich nicht mehr ändern. Natürlich ein Gelächter über das uralte Bild von mir, was aber noch nicht das Schlimmste war. Als er bei der 18jährigen wieder angelangt war, schaute sie ihn sich genauer an: ”So lange hast Du schon Deinen Führerschein? Da war ich ja noch nicht einmal geboren!”. Damit beendete ich die inzwischen peinliche Situation und steckte meinen Lappen schnell wieder ein.

Da wusste ich, okay, ich bin alt!

„Taxi nach Paris“ und meine Erinnerung an meine Lieblingslehrin Frau Thèry

Samstag, Dezember 25th, 2010

Gestern habe ich zu Weihnachten die neue CD von Michy Reincke geschenkt bekommen. Dort ist auch das Lied drauf „Taxi nach Paris“ von 1984. Sofort sah ich meine ehemalige Gemeinschaftskundeleistungskurs Lehrerin Frau Thery vor mir, wie sie damals laut singend in unseren Kurs kam. Vergnügt erzählte sie uns, dass dieser Felix de Luxe ein ehemaliger Schüler von ihr sei. Etwas Stolz lag in ihrer Stimme. Wenn ich das richtig nach gerechnet habe, bin ich zumindest ein Jahr noch mit ihm auf der Schule gewesen. Es war das Matthias Claudius Gymnasium (MCG) in Hamburg Mariental. Ein humanistisches Jungengymnasium, bis zwei Jahre bevor ich auf die Schule kam. Ich war der dritte Mädchenjahrgang. Unterrichtet wurden wir vorwiegend von ältere Lehrern, die uns Mädchen oft genug zu verstehen gaben, dass wir eigentlich auf dieser Schule nichts zu suchen hätten. Sprüche wie: „Seit Mädchen auf der Schule seien, können man von den Jungs kaum noch etwas fordern…“ oder „ Seit Mädchen auf der Schule seien, wäre das Niveau deutlich gesunken.“. Natürlich bekam ich keine 1 in Sport, weil Mädchen schließlich nicht die gleiche Leistung bringen. Wenn ich heute an einige dieser Lehrer denke, die damals noch aus einer ganz anderen Zeit stammten, dann kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Rückblickend denke ich, die Zeit auf dieser Schule bis zur Oberstufe habe ich einfach nur ertragen.

Doch dann ging für mich irgendwie die Sonne auf. Tja und diese Sonne war Frau Thery. Nicht nur dass sie zu den vielleicht Handvoll Lehrerinnen gehörte – oder vielleicht waren es in den wenigen Jahren auch schon ein paar mehr gewesen – nein, Unterricht brachte auf einen Mal Spaß. Allein schon, weil wir das Gefühl hatten, auch sie hat Spaß daran, uns etwas bei zu bringen. Zugegeben wir waren auch ein etwas besonderer Kurs: Alle sehr politisch interessiert und vor allen Dingen waren alle Parteien bzw. Richtungen vertreten. Zwei Grüne Mädchen, ein Sozi, zwei ganz Linke und zwei Konservative, die manchmal auch einen Schlag nach rechts hatten und ich vertrat damals ja noch tapfer die Liberalen. Ich habe mal meine Abibuch herausgeholt, das gab es einen Artikel „Eine Stunde GMK-Unterricht im Leben der Gisela T.“. Darin heißt es:

„Der GMK-LK des 4. Semesters freut sich, entgegen aller Erfahrungen, auf die folgenden zwei Stunden. Um die Zeit bis zur Ankunft von Frau T. zu überbrücken, singt der eine Teil die Internationale und der andere das Horst-Wessel-Lied. ….“.

Wir diskutierten dass die Wände wackelten, aber es hat alle Spaß gemacht und war im Wesentlichen sehr fair, oft aber Kabarett reif:
Nachdem die USA 1986 Libyen bombardierten, um den staatlich geförderten Terrorismus zu bekämpfen, diskutierten wir zu dem aktuellen Thema. Ein Mitschüler erklärte darauf hin:
„Reagans Anti-Terrorismus-Politik hieße auf deutsche Verhältnisse übertragen, eine Baader-Meinhof-Wohnung mit einem Tornado auszuheben.“

Ich erinnere mich an eine Stunde, da fiel Frau Thery auf, dass jeder das trug, was er sei: Die roten hatten rote T-Shirts an, die Grünen eben grüne Pullover, ich hatte irgendwas blau-gelbes an und die Konservativen trugen schwarz bzw. braun. Da lachte ich plötzlich und fragte Frau Thery, ich hätte gar nicht gewusst, dass sie zu den Königstreuen gehöre. Sie lachte ebenfalls laut und schüttelte heftig den Kopf, als sie an sich herunter sah: Sie hatte einen schwarz, weiß-roten Pullover an. Natürlich war sie alles andere als Königstreu, wohl eher grün-rot angehaucht.

Einmal ist sie mit uns in die Caféteria von Horten gegangen. Warum weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall habe ich laut es laut vorgelesen, als ich sah, dass sie für diese Stunde in das Klassenbuch „Gruppendynamik“ eingetragen hatte. Fortan wurde Frau Thery von uns genervt, wann wir denn endlich mal wieder Gruppendynamik machen.

Eines Tages kam sie mit einem nagelneuen schicken Aktenkoffer in den Unterricht. Irgendwie passte der so gar nicht zu ihr. Sie war aber sehr stolz auf ihren neuen Koffer und verteidigte ihn auf unsere Anfeindungen sehr. Als sie in der Pause kurz nach unten ging, um etwas zu holen, griff einer von uns sich den Koffer und verstellte kurzerhand die Zahlenkombination. Bis zum Ende der Stunde mussten wir waren. Endlich versuchte sie ihren Koffer zu öffnen…Wir konnten dann heraus handeln, wir geben ihr die neue Nummer und bekommen aber dafür keine Hausaufgaben auf. Unter Protest stimmte sie zu.

Bei Frau Thery durften Mädchen im Unterricht stricken, Jungen nicht. Was natürlich zunächst eine große Diskussion auslöste, dass dies nicht nur ungerecht sondern auch gegen Artikel 3 des Grundgesetzes verstoße. Sie blieb aber hart mit der Begründung, Jungen könnten sich nur auf das Stricken konzentrieren, Mädchen auf beides. Kurz vor Weihnachten strickte ich einen kleinen roten Strumpf. Sie guckte mich plötzlich völlig verdattert an und fragte:“Muss mir das jetzt etwas sagen?“. Ich verstand zunächst nicht worauf sie anspielte, da ich schließlich einen kleine Strumpf zum Verschenken an Nikolaus strickte. Bis ich begriff und zu lachen anfing. Nein, sie müsse sich keine Gedanken machen, so weit ich wüsste, sei ich nicht schwanger und hätte es im Augenblick auch nicht vor zu werden. Aber als sie einmal beiläufig von ihrem Sohn Pascal erzählte, da dachte ich:“Ja, das ist ein schöner Name, den könnte ich mir auch für meinen Sohn vorstellen.“ Und dabei blieb es auch nicht.

Rückblickend denke ich, Frau Therys Stunden waren die schönsten Schulstunden, die ich hatte. Und wenn ich „Taxi nach Paris“ höre, denke ich gerne an diese Zeit.

Und auch in das Leben verliebe ich mich immer wieder neu

Dienstag, Oktober 21st, 2008

Fühlst du Dich auch noch frisch verliebt?“, fragte mich neulich eine Freundin. Ich überlegte kurz: ja manchmal schon. Eine Woche später fand ich auf meinem Laptop einen Kasten mit Marzipanherzen und einen kleinen Liebesbrief von meinem Mann, einfach nur so. Das sind Augenblicke, wo ich wieder Herzklopfen und ein Kribbeln im Bauch habe, mich wie frisch verliebt fühle.
Ich war neugierig, ob nicht nur ich so fühle, postete in einem Forum im Internet – und hatte viel zu lesen: „Nichts mehr essen können, SEHNSÜCHTIGES Warten auf einen Brief, Küsse im Regen und deshalb Dauerschnupfen, das Gefühl, auf Wolken zu schweben, … Nein, wie frisch verliebt fühle ich mich nach fast 14 Jahren Ehe nicht mehr. Es hat sich verändert in eine Richtung des engen Zusammengehörigkeitsgefühls: tiefes Vertrauen, aufeinander Verlassenkönnen und Wohlfühlen miteinander“ (Michaela, 37).
„Ich denke, dass eine Beziehung immer mal wieder Phasen braucht, in denen man sich in seinen Partner neu verliebt. Denn der Mensch verändert sich immer wieder und somit gibt es neue Seiten zu entdecken.“ (Katharina, 25)

Ein Kind zum Verlieben. Ruben Lehmitz, das „Redaktionsbaby“„

“Ja, ich bin immer mal wieder frisch verliebt. Zum einen in meinen Mann, dann finde ihn unglaublich süß, einfach nur toll. Die ersten Tage nach der Geburt einer meiner Töchter war ich stets wie betrunken vor Glück. Einfach nur verliebt in dieses frische Wesen. Und auch heute verliebe ich mich immer wieder in meine Kinder. Denke tagsüber an sie und muss schmunzeln, freue mich aufs Nachhausekommen, …Und auch in das Leben verliebe ich mich immer wieder neu. Nach einer besonders trüben Zeit scheint endlich wieder die Sonne, und alles erscheint in einem anderen Licht. Dann freue mich wie Bolle über mein Leben, genieße ich jeden Sonnenstrahl und liebe einfach alles und jeden!!!!! Viele wirre Gedanken, wahrscheinlich auch nicht wirklich etwas Brauchbares dabei. Hat aber trotzdem Spaß gemacht!“ (Heidi, 36)
Uns auch!
Mai 2007 aus dem Paulusbrief

Eine Geschichte zum Raten

Freitag, Juli 18th, 2008

Zachäus

Bei der Kinderkirche
Als Pascal noch in den Kindergarten ging, habe ich das Spiel schon gespielt. Immer freitags war Kinderkirche und auf dem Nachhauseweg erzählte  mir Pascal die Geschichte, die sie gehört hatten. Ich riet dann immer, um welche Geschichte es sich gehandelt hat. Zu Hause nahmen wir die Kinderbibel und ich las sie ihm noch mal vor. Es machte uns beiden einen riesigen Spaß. Auch heute noch machen wir das. Zugegeben, da Pascal inzwischen in die dritte Klasse geht, ist es nicht mehr so schwierig, aber Spaß macht es noch immer. Vielleicht haben Sie ja auch Lust einmal mit zu raten. Mit dem Anreiz, er könne die Geschichte auf meinem Laptop schreiben, war er gleich ganz begeistert und schrieb los:

Pascal am Laptop

„Ich geh wie jedesmal in die Kinderkirche und mein Freund ging zum ersten mal mit.

Holger hat uns ein Geschichte vorgelesen.
Sie handelte von einem Stadtwächter, der hat zu viel Geld abgenommen, als er eigentlich durfte.
Deswegen mag niemand den Stadtwächter. Und als Jesus in die Stadt gekommen war,
ließen die Menschen den Stadtwächter natürlich nicht zu Jesus durch. Deshalb ist er auf einen Baum geklettert. Dort hat Jesus ihn entdeckt. Er hat zu ihm gesagt: „Ich möchte bei dir Abendessen.“
Da hat sich der Stadtwächter gefreut und er hat bei sich aufgeräumt. Als Jesus bei ihm angekommen war, hatte er alles erzählt was er so gemacht und die anderen auch gemacht haben. Beim Erzählen ist ihm was aufgefallen. Nämlich, dass er ungerecht war und deswegen hat er das Geld  zurückgegeben und eine Entschädigung auch.

Pascal Lehmitz“

Na, haben Sie erraten, um welchen Herren es sich hier handelt? War doch gar nicht so schwer.

Das Bild verrät den Namen Lukas 19, 1-10


Ursprünglich geschrieben  Januar 2008
veröffentlicht im Paulusbrief