Archive for the ‘Allgemein’ Category

Stolz und mega glücklich

Sonntag, Mai 25th, 2014

Mit stolz geschwellter Brust verließen wir den Platz…Nein, stimmt gar nicht, wir ließen uns einfach nur auf den Rasen fallen. Bis zum letzten hatten wir gekämpft. Die erste Halbzeit mit einer Spielerin in Unterzahl und die zweite dann mit zwei und das bei einer Hitze und gegen den Tabellen Dritten. Wir waren am Ende, aber stolz und mega glücklich, mehr als bei unserem letzten Sieg.
Denn unser Einsatz wurde belohnt. Die Taktik unseres Trainers 4,1 war genau richtig. Vorne mit einer Spitze und hinten mit einer 4-Kette.
Als ich gleich in den ersten Minuten nicht aufpasste und meine Gegenspielerin an mir vorbeisauste, da klärte Sharly das, allerdings nicht ganz regelkonform und erhielt vom Schiri auch gleich eine Verwarnung. Für mich war klar, ich muss besser aufpassen, nicht nur weil wir sonst das erste Tor kassieren, sondern viel schlimmer, weil Sharly womöglich noch vom Platz fliegt. Letzteres wollte ich noch viel weniger.
Leider fingen wir dann doch in der ersten Halbzeit das 0:1. Ich ärgerte mich: Ich hätte noch meinen Fuß dazwischen halten müssen. Gegen den platzierten Schuss in die rechte untere Ecke hatte Caro, unsere Ersatz-Ersatztorfrau keine Chance. Emma, unsere Ersatztorhüter, hatte sich beim letzten Spiel die Finger verstaucht und die Schulter geprellt. Trotz allem spielte sie wenigsten als linke Verteidigerin, aber ins Tor konnte sie mit der blauen Hand nicht gehen. Doch Caro machte ihre Sache super, hielt alle weiteren Schüsse, souverän nahm sie die Bälle im 16ner an und haute die Abstöße bis vors gegnerische Tor, wo in der ersten Halbzeit Anja, unsere Stürmerin, sich tapfer aufrieb.
In der zweiten Halbzeit nur noch zu fünft auf dem Platz, musste unsere 4-Kette alles abwehren. Emma links, Mici und Sharly in der Mitte und ich ganz rechts. Mici hatte uns gut im Griff und so liefen die Billstedter immer wieder ins Abseits. Wie gut, dass der Schiri das Abseits auch pfiff.

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Wir standen klug und hauten die Bälle nur noch nach vorne. Wenn tatsächlich eine Spielerin von Billstedt in der Mitte durchkam, so klärten Mici und Sharly das souverän. Die beiden waren es auch, die tatsächlich ab und an nach vorne stürmten und trotz allem die eine oder andere Torchance herausspielten. Woher sie die Kraft nahmen, war mir schleierhaft. Doch dann machte Caro mal wieder eine ihrer Megaabschläge, Sharly lief los, holte sich den Ball und versenkte ihn im Tor. smiley1175
Wir jubelten und die Billstedter guckten sich nur erstaunt an.
Freude Freude FreudeFreudeFreude
Nun musste Billstedt noch mal alles geben. Sie rannten gegen uns an, aber wir standen strategisch gut und fest in unsere 4-Kette. Mici feuerte uns immer wieder an: „Mädels, das sieht klasse aus!“. Jede kämpfte für die andere und gab alles. Dies beindruckte sogar die Billstedter, sie spielten nicht nur ausgesprochen fair, sondern meine Gegenspielerin sagte bereits wären des Spiels: „Glückwunsch zu Eurem starken Stellungsspiel!“.
Wir schafften es tatsächlich dieses 1:1 bis zum Abpfiff zu halten. Unsere Fans kamen zu uns auf den Rasen und beglückwünschten uns mit einer Laolawelle. la-ola-smilies-0004Und Julian, unser Trainer, war glücklich und megastolz, was er sich auch verdient hat. He Mädels, so macht Fußball Spaß!

Schnee, Eis, sieben Spielerinnen und drei Punkte… Trainerherz, was möchtest du mehr?

Sonntag, Dezember 8th, 2013

Bei besonders gewöhnungsbedürftigen Platzverhältnissen, konnten sich die Damen des TSV Buchholz 08 verdient mit 1:0 bei Barmbek/Uhlenhorst durchsetzen.

Die ersten Schritte bei der Besichtigung des Platzes ließen schon erahnen, dass es ein besonders schwieriges Spiel werden würde. Für unser technisch starkes Kurzpassspiel war der von Schnee und Eis bedeckte Platz wirklich nicht ideal, aber wie heißt es so schön? Gute Mannschaften stellen sich auf alle Platzverhältnisse ein – und so war es.

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Mit schneeweißen Trikots, wie passend, begann der TSV, der einmal mehr ohne Einwechselspielerinnen angereist war, schwungvoll und konnte trotz rutschigem Boden sich die erste Chance erarbeiten. Die beiden Mittelfeldspielerinnen Caro und Vivi  mit einem wunderbaren Doppelpass, den Vivi dann wunderbar in den Lauf von Sharleen spielte. Diese konnte aber den nassen Ball nicht richtig kontrollieren, so dass der erste Schuss die Torfrau von BU noch nicht wirklich forderte.

Hinten agierte Buchholz souverän aus einer Dreierkette heraus, so dass Torhüterin Frauke, die das letzte Spiel für den TSV bestritt, wenig zu tun hatte. Zwei großartige Paraden durfte sie aber in der ersten Halbzeit doch zeigen.

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Der Einsatz stimmte

Nach der Halbzeit, in der Frauke gegen Emma im Tor getauscht wurde, begann der TSV druckvoll. Angeführt von Abwehrchefin Mici spielte sich Buchholz eine Chance nach der Anderen heraus. Im Abschluss hatten aber weder Vivi, Caro, noch Frauke das nötige Glück.

In der sechzigsten Minute meldete sich BU mit einem Pfostenschuss, der einzigen Torchance der zweiten Halbzeit vom Heimteam. Buchholz konnte einfach durch Dodo, Sharleen und Mici viele Angriffe schon im Keim ersticken, in dem die Abwehrkette ein super Pressing spielte und auch die Mittelfeldakteure stark nach hinten mitarbeiteten.

In der 65. Spielminute war es dann soweit. Nachdem Frauke einen Pass von Sharleen locker mitnahm und zwei Gegenspielerinnen aussteigen ließ, legte sie quer auf Caro, deren Schuss geblockt wurde. Vivi, gedankenschnell, nahm den Abpraller und schob ihn der Torhüterin durch die Beine ins linke Eck.

Danach erspielte sich der TSV mehrere Chancen, die leider nicht genutzt werden konnten. Mit dem Abpfiff und dem Ende der Herbst-Serie, steht der  6.Platz mit sechs Siegen und einem Unentschieden bei 22:24 Toren aus elf Spielen zu Buche.

Die zahlreich mitgereisten Fans feierten ausgiebig und hinterließen noch eine Botschaft auf dem Platz:
Choreo[1]

Mein erstes Fußballspiel

Sonntag, Oktober 6th, 2013

Manchmal muss man 46 Jahre alt werden, um sich einen Kindheitstraum zu erfüllen. Am Mittwoch habe ich mein erstes Fußballspiel. So ein richtiges Punktspiel. Wie ein kleines Kind freue ich mich darauf und bin schon mächtig aufgeregt.
Heute kaum vorstellbar, aber bis 1970 gab es vom DFB ein Spielverbot für Mädchen und Frauen. Als Begründung für das Verbot hieß es in der entsprechenden Erklärung des DFB unter anderem: „Im Kampf um den Ball verschwindet die weibliche Anmut, Körper und Seele erleiden unweigerlich Schaden und das Zurschaustellen des Körpers verletzt Schicklichkeit und Anstand.“
Als das Verbot dann endlich aufgehoben wurde, gab es keine Mädchen- bzw. Frauenmannschaften. Mir blieb nichts übrig als mit den Jungs auf dem Bolzplatz zu spielen und sie zu beneiden, das sie richtig im Verein spielen durften.
Auch in der Schule in der 7. Klasse versuchten die Lehrer mich auszuschließen und wollten nicht, dass ich mit den Jungs rausgehen und dort im Sportunterricht Fußballspiele. Zum Glück unterstützten mich meine Klassenkameraden und so durfte ich.
Irgendwann beschloss ich dann, eben Basketball zu spielen und trat dem Basketball Club Johanneum bei. In Harburg spielte ich dann einige Jahre bei Grün-Weiß bis ich die Diagnose Arthrose in den Daumen erhielt und so musste ich vor 4 Jahren aufhören.
Als ich dann die Anzeige las „Ü-30 Damen suchen Mitspielerinnen zum Kicken“ da dachte ich, dann jetzt Fußball.
Na, dann werde ich wohl am Mittwoch meinen Anstand verlieren…

Mein erstes Fußballpunktspiel
Etwas aufgeregt war ich natürlich pünktlich am Platz. Julian, unser Trainer, und Birgit fummelten am Lichtkasten herum und versuchten diesen mit einem Schlüssel zu öffnen, um das Flutlicht einschalten zu können. “Klasse”, dachte ich, “da wird doch wohl nicht mein erstes Spiel ausfallen, weil das Flutlicht nicht angemacht werden kann?”. Doch dann kam Hilfe und es ward Licht.
In der Kabine wurde ich dann mit Trikot, Hose und Stutzen versorgt. Mici, unsere Mannschaftskapitänin, gab mir dann noch eine andere, etwas größere schwarze kurze Hose mit den Worte:” Es sei denn Du möchtest die Hotpants anziehen?”. Emma konnte es sich nicht verkneifen und erwiderte:” Du Mici, Pirko kann auch Hotpants anziehen!”. He was für ein Kompliment und das von Emma, wo ich doch von ihr beim letzten Training ein “blöde Kuh” geerntet hatte und das nur, weil ich meinte, sie wäre die richtige Ersatztorhüterin, denn dann könnte sie schließlich soviel mit der Hand spielen wie sie wolle. Im letzten Spiel hatte sie als Linksaußen zweimal Hand gespielt.
Etwas amüsiert habe ich mich dann, aber nur weil ich das halt schon kannte, dass Mici mir erklärte, wenn sie hinten Ansagen macht, diese sich oft etwas schroff anhören würden, für ein “Bitte” und “würdest du” eben keine Zeit sei und ich das nicht persönlich nehmen dürfte. Viele Jahre habe ich Basketball gespielt und das oft auf einer vergleichbaren Position wie Mici. Wenn ich dann sah, dass eine Spielerin zum Schuss ansetze kam bei mir auch nur noch ein “Drauuuuuf” heraus.
Dann ging es endlich raus zum Warmmachen. Tja und da dachte ich, als ich keuchte, wie gut, dass ich sicher nicht von Anfang an spiele…Falsch gedacht…Ich spielte von Anfang an. Hinten rechts in der Verteidigung. Nun war ich doch aufgeregt. Aber gleich nach dem Anpfiff war es tatsächlich vorbei.
Als plötzlich eine gegnerische Spielerin allein in der Mitte auf das Tor zu lief, sprinte ich hin und schaffte es gerade noch mit dem Oberschenkel ihren Schuss abzuwehren. So hatte ich gleich mein erstes Andenken an das Spiel. Es zeichnete sich das Sechseck des Balles auf meiner Haut ab und bliebt dort fast drei Tage zu sehen, bis es sich verzog und dafür drum herum sich alles in leichtes grün verwandelte. Damit konnte ich zu Hause meine Männer, insbesondere Elias, stark beeindrucken.
Diese Tor habe ich vielleicht verhindern können, leider ein Tor nicht. Da hätte ich den Ball beherzt ins Torausschießen müssen, leider kam ich nur zu einem Schüsschen…Das ist sicher noch ausbaufähig.
Ein Kompliment sprechen ich mir mal durch den gegnerischen Trainer zu, der meine von mir gedeckten Spielerin anschrie, sie solle doch nicht so an mir kleben. Also ich fand eher, dass ich an ihr klebe, aber das ist natürlich Ansichtssache. Gewöhnen muss ich mich allerdings daran, dass beim Fußball offenbar auch gegnerische Trainer fremde Spielerin anfauchen, so schnauzte er Mici an, nachdem diese sich darüber beschwerte, dass eine Spielerin von ihm von hinten in die Beine gegrätscht sei und so Frauke von den Füssen geholt hatte: ”He Blondin, halt mal die Backen!”. Tja aber unser Blondi schoss ein Granatenfreischusstor…
Im Ergebnis schossen die anderen leider deutlich mehr Tore, so dass wir 1:5 verloren. Aber es hat mir riesig Spaß gemacht und ich wurde von allen super unterstützt. Das mit dem Gewinnen kommt dann halt im nächsten Spiel.

Gewonnen!!!
He, das hat mir niemand gesagt, dass ich auf Miniröcke verzichten muss, wenn ich Fußball spiele! Klar, der eine oder andere blaue Fleck bleibt nicht aus, das war mir schon bewusst und auch, dass es mehr sein würden, als beim Basketball, aber so was? Auf mein Andenken vom letzten Spiel – Ihr erinnert Euch, mein schönes Abzeichen auf dem Oberschenkel? – habe ich heute gleich ein Neues bekommen. Einen handtellergroßen Flecke, der sich neben dem alten in allen möglichen Farben zeigt. Nein, kurzer Rock geht damit gar nicht! Wie gut, dass ich bei diesen Temperaturen auch keinen anziehen möchte…

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Aber das Wichtigste: Wir haben gewonnen!!! O:1 gegen Union. Dabei hätten wir eigentliche deutlich höher gewinnen müssen. So viele Chancen hatten wir, nur der Ball wollte einfach nicht reingehen. Das lag sicher in erste Linie daran, dass die mit Abstand beste Spielerin von Union die Torhüterin war. Doch unser Sturmduo Dodo und Caro unterstützt von Vivi gaben nicht auf.
Apropos Torhüterin…auch unsere hat richtig gut gehalten. Jetzt überlege ich gerade, ob das taktisch klug war, das zu schreiben? Dies bedeutet ja, dass es auch was zu halten gab, was wir in der Abwehr ja eigentlich hätten verhindern sollten. Aber Mici, Emma und ich haben das ganz gut hinbekommen und selbst als Mici zum Schluss mit vorne war, haben Emma und ich – mit guter Unterstützung von Ela, ein Tor verhindert.
Leider waren wir nur zu siebt und mussten damit durchspielen – ich spüren jetzt schon jeden Knochen und Muskel, morgen werde ich vor Muskelkater wahrscheinlich kein Bein vor das andere bekommen – dennoch hat es wieder richtig Spaß gemacht. Auf das nächste Spiel gegen den HSV freue ich mich schon, obwohl wir vermutlich eine riesige Packung bekommen werden.
Wer also mal zum Zugucken kommen möchte, sollte das vielleicht lieber am 10.11.2013 gegen Altona 93 um 16 Uhr machen.
Oje…jetzt habe ich schon wieder Julian, unseren Trainer, nicht erwähnt. Nicht dass er mich am Mittwoch nicht aufstellt 🙁 …nach meinem letzten Artikel hatte er so was durchblicken lassen ;-). Tja…konnte ich auch nicht, weil er während des Spiels immer auf der jeweiligen anderen Seite gecoacht hat. Viel zu weit weg von mir. Emma, die links hinten gespielt hat, hätte sich Bände schreiben können. Aber dafür, dass wir so viele Chancen ungenutzt gelassen haben, war er in der Pause sehr entspannt und meinte nur, gegen so einen Gegner gebe es kein 0:0, er wolle endlich ein Tor sehen und lieber das Risiko eingehen zu verlieren. Also sollten wir in der zweiten Halbzeit offensiver und schnell spielen. Seine Taktik ging denn auch auf, als er Mici nach vorne holte und diese das erlösende Tor schoss.
…Puh! Gerade mal noch die Kurve bekommen!” 🙂

Abitreffen nach 26 Jahren

Montag, September 17th, 2012

Am Samstag hatten wir Abitreffen, nach 26 Jahren (zum 25. Jubiläum hatten wir es nicht geschafft). Es war total schön. Wir waren immerhin 18 ehemalige Schüler (von 48 Abiturienten – begonnen hatten wir in der 5. Klasse mit 105 (35 pro Klasse) Schüler und Schülerinnen) und zwei ehemalige Tutoren. Es waren alle gut wieder zu erkennen, keiner hatte sich so verändert. Wir haben viel erzählt und viel gelacht. Das alte Abibuch und auch mein Fotoalbum mit Bildern von unserem Surfprojekt an der Schlei, Tutantag, Tutantenausflug und natürlich Skireise in Melchsee, machten die Runde. Zwei Ehemalige, die damals kein Paar waren, hatte inzwischen geheiratet. Das Traumpaar Nr.1 aus dem Abibuch ebenfalls und hat dieses Jahr den 21. Hochzeitstag gefeiert!
Meine Lieblingslehrerin (http://pirko.familie-lehmitz.info/2010/12/25/taxi-nach-paris-und-meine-erinnerung-an-meine-lieblingslehrin-frau-thery/) war leider nicht da. Außer unserem Tutor und meinem ehemaliger Leichtathletik Lehrer, waren inzwischen alle Pensioniert. Besonders gefreut haben ich mich über meinen ehemaligen Deutschlehrer, der mich im mündlichen Abi prüfte und von dem meine meisterzählte Lieblingsanekdote handelte. Denn erstmalig konnte ich sie ihm selber erzählen. Er grinste nur.
Ich bin um 23:30 Uhr gegangen und war nicht die letzte.
Und hier mal wieder ein Erinnerungs-Lied: Wonderfull Word von Sam Cook (nicht zu verwechseln mit dem Lied von Louis Armstrong „what a wonderfull world“.


Sam Cook – What a Wonderful World – MyVideo

Wir hörten es eigentlich immer während der Abizeit. Irgendjemand hatte eine Kassette (ja, so was hatten wir damals) zusammen kopiert, auf der nur diese Lied lief immer und immer wieder.
1986 – unser Abijahrgang – wurde das Lied mit großem Erfolg wiederveröffentlicht und konnte in Deutschland für einen Monat Platz drei der Charts belegen. Im Text geht es darum, dass ein junger Mann erklärt, dass er keine Ahnung von Geschichte, Biologie usw. habe, aber dass er die Angesungene liebe.
Tja, das passte auf mich und einige andere… ich war frisch verliebt…

Kennt Ihr Stolpersteine?

Montag, Mai 28th, 2012

stolperstein.JPG Gehört hatte ich schon von dem Projekt und einiges im Fernsehen gesehen, aber als ich zur Uni über die Rothenbaumchaussee in Hamburg ging, stolperte ich tatsächlich über solche Steine und blieb erst einmal ganz fasziniert stehen. Ich las die Namen und die kurzen Beschreibungen. Im Internet http://www.stolpersteine-hamburg.de recherchierte ich dann weiter und fand zum Teil eine kurze Geschichte dazu. Seit dem gehe ich mit offenen Augen durch die Straßen und entdecke immer wieder solche Stolpersteine, die ich dann fotografiere, sofern ich eine Kamera dabei habe.

Über die Stolpersteine in der Rothenbaumchaussee bin ich dann auf die in der Johnsallee 68 gekommen, dort gibt es natürlich auch welche. Johnsallee 68 war die »Ehe¬malige Calmannsche Frauenklinik«. Nach der erzwungenen Schließung des Israelitischen Krankenhauses in St. Pauli 1939 diente das Klinikgebäude bis 1942 als Krankenhaus für die noch nicht deportierten Juden. Zu meinen Studienzeiten wurde es wurde es zuletzt von der Universität als Seminargebäude genutzt. Es wurde von uns „das kleine Rechtshaus“ genannt. Ich hatte dort glaube ich Steuerrecht und Konzernrecht gehört. Als ich dort in der Vorlesung saß, fragte ich mich, wie die Uni zu so einer großen tollen Villa calmanische.JPG stolpersteincalmann.JPGgekommen ist, die sich zwar nicht in einem super Zustand befand, die aber ahnen ließ, welche Pracht dahinter stand. Wenn ich nun daran denke, was sich dort wohl bis 1942 dort abgespielt hat. 2007/2008 erfolgten Umbau zu einem hochwertigen Mehrfamilienhaus. An die Calmannsche Frauenklinik erinnert heute nur noch eine Gedenktafel und die Stolpersteine davor.

Ein der Stolpersteine gedenkt an Dr. Hans Rosenbaum geb. 21.6.1901, am 15.7.1942 nach Theresienstadt, von dort am 16.5.1944 nach Auschwitz deportiert. Seine letzte Adresse war das Jüdische Krankenhaus in der Johnsallee 68. Seine ausführliche Geschickte kann man unter http://www.stolpersteine-hamburg.de/?&MAIN_ID=7&r_name=&r_strasse=johnsallee&r_bezirk=&r_stteil=&recherche=recherche&r_sort=Nachname_AUF&submitter=suchen&BIO_ID=27 nachlesen.

Vor der Rechtsanwaltskammer in Celle stolpersteincelle.jpg
In Buchholz gibt es natürlich keine Stolpersteine, aber in Celle direkt vor der Rechtsanwaltskammer fand ich welche, also ich dort zum Seminar war. Natürlich habe ich sie auch gleich fotografiert. Das Schicksaal von Anna Hesse kann man hier nachlesen.

So dicht wäre die Sicherheit gewesen
Als ich im November 2011 mit Kai in Konstanz zum Betriebsfest seiner Firma war, da gingen wir am Samstag in Konstanz spazieren und ich wollte gerne nach Kreuzlingen in die Schweiz. Auf den Weg dorthin stolperte ich mal wieder kurz vor der Grenze über einen Stolperstein. Sehr beeindruckt hat mich das Schicksaal von Markus Heim, weil direkt neben der Deutsch-Schweizer-Grenze (keine 50 m) wohnte. Markus Heim durfte aber nicht nach Kreuzlingen übersiedeln, wo er vor den Nazi sicher gewesen wäre, sondern floh schließlich über Frankreich in die Schweiz. stein_heim_markus.jpg />

Mal sehen, wo ich die nächsten Stolpersteine finde.

Habt Ihr auch Möbel, die einen Namen haben?

Samstag, Februar 19th, 2011

Nein? Wir schon: Es gibt einen Onkel-Willi-Schrank, einen Tante-Marga-Stuhl und einen Tante-Lisa Schrank. Es sind Erbstücke mit denen wir Erinnerungen verbinden.

Der Onkel-Willi-Schrank ist eine Art Sekretär, der bei uns im Flur an der Wand hängt. Dort drauf landet die aktuelle Post und alles, was man so loswerden will, wenn man nach Hause kommt. In ihm bewahren wir Briefumschläge und vieles andere auf. Onkel Willi war der Stiefpapa von Kai, den auch ich noch ein paar Jahre kennen gelernt habe.

In dem Tante-Marga-Stuhl habe ich immer Mittagsruhe gehalten, wenn ich in den Ferien als Kind Tante Marga besucht habe. Wenn man sich zurücklehnt, dann geht das Fußteil hoch und man kann richtig liegen. Super bequem.

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Ich war damals 6 Jahre alt, als ich das erste Mal zu Tante Marga und Onkel Arnold zu Besuch kam. Ich kannte sie kaum, aber dem Versprechen, sie nehmen mich jeden Vormittag mit zum Schwimmen, konnte ich nicht widerstehen. Und daraus wurde eine ganz intensive und lange Freundschaft. Als ich 15 war haben wir beide einen Urlaub auf Baltrum verbracht und mit Kai und Pascal verbrachten wir einen Urlaub auf Wangerooge. Sie ist meine Lieblingstante, das heißt richtiger meine Lieblingsgroßtante. Ihr Mann war der Bruder des Vaters meiner Mutter. Als sie ihre Wohnung auflöste, fragte sie mich, ob ich von ihren Möbeln etwas haben wolle. Sie lachte, als ich fragte, ob der Stuhl noch da sei und das Buffet. Beides steht jetzt bei uns. Das Büffet leider nur im Keller für unser Partygeschirr.

Als ich noch ganz klein war, so 4 Jahre schätze ich, da bin ich häufiger über Nacht mal bei meiner Omi gewesen, genau gesagt, bei der Mutter von der Patentante meines Bruders, der Tante Lisa. Oft stand die Omi an ihrem Küchenschrank und schmierte mir ein Brot. Dieser Schrank bestand aus zwei Teilen, unten geschlossene Türen und oben ein Aufsatz mit einem Glasschrank. Der Schrank war weiß gestrichen und ich erinnere mich noch an die Gardienen, die in den Türen hingen. Ich konnte damals noch nicht auf die Küchenplatte gucken. 10 Jahre später halft ich Tante Lisa den Schrank abzubeizen. Das tat man damals mit einer stinkenden und beißenden Lösung, die die Farbe auflöste und mit einem Spachtel abgestrichen wurde. Danach wurden die Reste noch mit Schmirgelpapier entfernt. Eine mühsame Arbeit. Mehre Tage verbrachten wir damit. Tante Lisa sagte dann zu mir:“Wenn ich nicht mehr bin, dann bekommst Du den Schrank!“. Natürlich konnte ich mir das mit 14 kaum vorstellen. Leider brach dann der Kontakt ab und erst kurz vor ihrem Tod trafen wir uns wieder. Völlig überrascht war ich über die Nachricht, dass sie an einer Lungenentzündung gestorben sei. Wochen später bekam ich von einem Kollegen einen Brief, in dem er mir erklärte Frau Lisa Holst hätte mir den alten Küchenschrank vermacht, der nach Ansicht der Alleinerbin keinerlei Verkaufswert habe. Ich war total überrascht. Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass Tante Lisa ihr Versprechen tatsächlich eingehalten hatte. Kai und ich mieten uns einen Wagen und wir fuhren hin, um den Schrank abzuholen. Zunächst stand er bei uns in der Bonusstraße leider nur im Keller. Als wir aber hier nach Buchholz zogen, stellte ich ihn im Flur auf, bis ich die Idee hatte, ihn doch in unser großes Esszimmer als Spieleschrank zu stellen. Ich wusch ihn ab, schmiergelte ihn nochmals und beizte ihn Buchenfarben, um die Farbe etwas aufzufrischen.

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Und nun steht er bei uns im Esszimmer, voll über voll mit Kinderspielen. Manchmal sitze ich in Tante Margas Sessel, schaue mir den Schrank an und freue mich total. Ich habe das Gefühl Tante Lisa und Omi Guhra (wie wir sie nannten) sind dann bei mir und freuen sich genauso.

„Taxi nach Paris“ und meine Erinnerung an meine Lieblingslehrin Frau Thèry

Samstag, Dezember 25th, 2010

Gestern habe ich zu Weihnachten die neue CD von Michy Reincke geschenkt bekommen. Dort ist auch das Lied drauf „Taxi nach Paris“ von 1984. Sofort sah ich meine ehemalige Gemeinschaftskundeleistungskurs Lehrerin Frau Thery vor mir, wie sie damals laut singend in unseren Kurs kam. Vergnügt erzählte sie uns, dass dieser Felix de Luxe ein ehemaliger Schüler von ihr sei. Etwas Stolz lag in ihrer Stimme. Wenn ich das richtig nach gerechnet habe, bin ich zumindest ein Jahr noch mit ihm auf der Schule gewesen. Es war das Matthias Claudius Gymnasium (MCG) in Hamburg Mariental. Ein humanistisches Jungengymnasium, bis zwei Jahre bevor ich auf die Schule kam. Ich war der dritte Mädchenjahrgang. Unterrichtet wurden wir vorwiegend von ältere Lehrern, die uns Mädchen oft genug zu verstehen gaben, dass wir eigentlich auf dieser Schule nichts zu suchen hätten. Sprüche wie: „Seit Mädchen auf der Schule seien, können man von den Jungs kaum noch etwas fordern…“ oder „ Seit Mädchen auf der Schule seien, wäre das Niveau deutlich gesunken.“. Natürlich bekam ich keine 1 in Sport, weil Mädchen schließlich nicht die gleiche Leistung bringen. Wenn ich heute an einige dieser Lehrer denke, die damals noch aus einer ganz anderen Zeit stammten, dann kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Rückblickend denke ich, die Zeit auf dieser Schule bis zur Oberstufe habe ich einfach nur ertragen.

Doch dann ging für mich irgendwie die Sonne auf. Tja und diese Sonne war Frau Thery. Nicht nur dass sie zu den vielleicht Handvoll Lehrerinnen gehörte – oder vielleicht waren es in den wenigen Jahren auch schon ein paar mehr gewesen – nein, Unterricht brachte auf einen Mal Spaß. Allein schon, weil wir das Gefühl hatten, auch sie hat Spaß daran, uns etwas bei zu bringen. Zugegeben wir waren auch ein etwas besonderer Kurs: Alle sehr politisch interessiert und vor allen Dingen waren alle Parteien bzw. Richtungen vertreten. Zwei Grüne Mädchen, ein Sozi, zwei ganz Linke und zwei Konservative, die manchmal auch einen Schlag nach rechts hatten und ich vertrat damals ja noch tapfer die Liberalen. Ich habe mal meine Abibuch herausgeholt, das gab es einen Artikel „Eine Stunde GMK-Unterricht im Leben der Gisela T.“. Darin heißt es:

„Der GMK-LK des 4. Semesters freut sich, entgegen aller Erfahrungen, auf die folgenden zwei Stunden. Um die Zeit bis zur Ankunft von Frau T. zu überbrücken, singt der eine Teil die Internationale und der andere das Horst-Wessel-Lied. ….“.

Wir diskutierten dass die Wände wackelten, aber es hat alle Spaß gemacht und war im Wesentlichen sehr fair, oft aber Kabarett reif:
Nachdem die USA 1986 Libyen bombardierten, um den staatlich geförderten Terrorismus zu bekämpfen, diskutierten wir zu dem aktuellen Thema. Ein Mitschüler erklärte darauf hin:
„Reagans Anti-Terrorismus-Politik hieße auf deutsche Verhältnisse übertragen, eine Baader-Meinhof-Wohnung mit einem Tornado auszuheben.“

Ich erinnere mich an eine Stunde, da fiel Frau Thery auf, dass jeder das trug, was er sei: Die roten hatten rote T-Shirts an, die Grünen eben grüne Pullover, ich hatte irgendwas blau-gelbes an und die Konservativen trugen schwarz bzw. braun. Da lachte ich plötzlich und fragte Frau Thery, ich hätte gar nicht gewusst, dass sie zu den Königstreuen gehöre. Sie lachte ebenfalls laut und schüttelte heftig den Kopf, als sie an sich herunter sah: Sie hatte einen schwarz, weiß-roten Pullover an. Natürlich war sie alles andere als Königstreu, wohl eher grün-rot angehaucht.

Einmal ist sie mit uns in die Caféteria von Horten gegangen. Warum weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall habe ich laut es laut vorgelesen, als ich sah, dass sie für diese Stunde in das Klassenbuch „Gruppendynamik“ eingetragen hatte. Fortan wurde Frau Thery von uns genervt, wann wir denn endlich mal wieder Gruppendynamik machen.

Eines Tages kam sie mit einem nagelneuen schicken Aktenkoffer in den Unterricht. Irgendwie passte der so gar nicht zu ihr. Sie war aber sehr stolz auf ihren neuen Koffer und verteidigte ihn auf unsere Anfeindungen sehr. Als sie in der Pause kurz nach unten ging, um etwas zu holen, griff einer von uns sich den Koffer und verstellte kurzerhand die Zahlenkombination. Bis zum Ende der Stunde mussten wir waren. Endlich versuchte sie ihren Koffer zu öffnen…Wir konnten dann heraus handeln, wir geben ihr die neue Nummer und bekommen aber dafür keine Hausaufgaben auf. Unter Protest stimmte sie zu.

Bei Frau Thery durften Mädchen im Unterricht stricken, Jungen nicht. Was natürlich zunächst eine große Diskussion auslöste, dass dies nicht nur ungerecht sondern auch gegen Artikel 3 des Grundgesetzes verstoße. Sie blieb aber hart mit der Begründung, Jungen könnten sich nur auf das Stricken konzentrieren, Mädchen auf beides. Kurz vor Weihnachten strickte ich einen kleinen roten Strumpf. Sie guckte mich plötzlich völlig verdattert an und fragte:“Muss mir das jetzt etwas sagen?“. Ich verstand zunächst nicht worauf sie anspielte, da ich schließlich einen kleine Strumpf zum Verschenken an Nikolaus strickte. Bis ich begriff und zu lachen anfing. Nein, sie müsse sich keine Gedanken machen, so weit ich wüsste, sei ich nicht schwanger und hätte es im Augenblick auch nicht vor zu werden. Aber als sie einmal beiläufig von ihrem Sohn Pascal erzählte, da dachte ich:“Ja, das ist ein schöner Name, den könnte ich mir auch für meinen Sohn vorstellen.“ Und dabei blieb es auch nicht.

Rückblickend denke ich, Frau Therys Stunden waren die schönsten Schulstunden, die ich hatte. Und wenn ich „Taxi nach Paris“ höre, denke ich gerne an diese Zeit.

Weltgedenktag für verstorbene Kinder am 14.12.2008

Mittwoch, November 26th, 2008

Candlelight
Jedes Jahr sterben allein in Deutschland 20.000 Kinder und junge Erwachsene, weltweit sind es um ein Vielfaches mehr. Und überall bleiben trauernde Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde zurück. Täglich wird in den einzelnen Familien dieser Kinder gedacht. Doch einmal im Jahr wollen weltweit Betroffene nicht nur ihrer eigenen Töchter, Söhne, Schwestern, Brüder, Enkel und Enkelinnen gedenken.

Jedes Jahr am 2. Sonntag im Advent stellen seit vielen Jahren Betroffene rund um die ganze Welt um 19.00 Uhr brennende Kerzen in die Fenster. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so dass eine Lichterwelle 24 Stunden die ganze Welt umringt.

Jedes Licht im Fenster steht für das Wissen, dass diese Kinder das Leben erhellt haben und dass sie nie vergessen werden. Das Licht steht auch für die Hoffnung, dass die Trauer das Leben der Angehörigen nicht für immer dunkel bleiben lässt. Das Licht schlägt Brücken von einem betroffenen Menschen zum anderen, von einer Familie zur anderen, von einem Haus zum anderen, von einer Stadt zur anderen, von einem Land zum anderen. Es versichert Betroffene der Solidarität untereinander. Es wärmt ein wenig das kalt gewordenen Leben und wird sich ausbreiten, wie es ein erster Sonnenstrahl am Morgen tut.(Aus:Tätigkeitsbericht 2003 Bundesverband Verwaiste Eltern)

Als wir vor ein paar Monaten nach Buchholz gezogen sind, habe ich dennoch mir ein Herz gefaßt und beim Pastor angerufen, ob ich in seinem Gottesdienst am 11.12.05 auf den Weltgedenktag hinweisen dürfte. Er war erst etwas unsicher, sagte es mir aber zu. Da ich gleich beim Gemeindebrief mitmachte, war es auch nicht schwer dort einen entsprechenden Artikel zu plazieren. Die Pastorin, die dort mitmacht, meldete mir sehr postive Rückmeldungen auf meinen Artikel und erklärte auch gleich, sie übernehme den Gottsdienst am 11.12.05 worüber ich mich freute. Heute also saß ich mit ihr zusammem im Gottesdienst. Da es eine neue Gemeinde ist – in meiner alten hatte ich das schon zweimal gemacht – war ich aufgeregter als sonst. Als ich an der Reihe war, ging ich nach vorne und sprach folgenden Text:

„Haben Sie schon einmal beobachtet, welche Wirkung das Anzünden einer Kerze auf Sie hat? (Ich ging nach vorne zum Altar und zündete eine Kerze an) Es hat etwas ungemein beruhigendes, fast friedliches. Zur Zeit zündet jeder von uns tagtäglich eine oder auch mehrere Kerzen an. Kerzen des Adventskranzes, Kerzen der Weihnachtspyramide und am Heiligen Abend Kerzen des Weihnachtsbaumes.

Auch ich werde heute Abend wieder eine Kerze anzünden. Eine ganz besondere Kerze, die allerdings nichts mit der Adventszeit zu tun hat. Eine Kerze, die für meinen ersten Sohn Tobias brennen wird, der bei der Geburt starb. So wie viele verwaiste Eltern, denn heute ist der Weltgedenktag für verstorbene Kinder und Geschwister. Es ist sicher nicht zufällig, daß dieser Tag im Advent liegt, denn die Weihnachtszeit ist für uns verwaiste Eltern eine nicht ganz einfache Zeit: Das Fest der Familie, aber einer fehlt und wird immer fehlen. Daher ist dieser Weltgedenktag für uns so wichtig:

Jedes Jahr am 2. Sonntag im Dezember stellen Betroffene rund um die ganze Welt um 19.00 Uhr brennende Kerzen in die Fenster. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so daß eine Lichterwelle 24 Stunden die ganze Welt umringt. Diese Lichterwelle zeigt den Eltern, daß sie nicht alleine sind.

Sternkinderkerze

Zusammen mit meinen anderen Söhnen werde ich daher heute Abend um 19 Uhr diese Kerze für Tobias anzünden und ins Fenster stellen. Vielleicht gibt es auch in Ihrer Familie oder Bekanntenkreis ein verstorbenes Kind, für das sie heute Abend eine Kerze anzünden.

Als der Gottesdienst zu Ende war, hörte ich hinter mir auf der Bank eine ältere Dame sagen:“Ich habe drei Kinder verloren, aber von so einem Tag habe ich noch nie gehört:“ Die andere Dame drückte ihre Hände. Im Ausgang wurde ich von einer Frau aus dem Kirchenvorstand angesprochen. Sie hätte das sehr bewegt und würde gerne nächsten Samstag (dort sehen wir uns in der Kinderkirche) mit mir näher sprechen. Ich glaube, heute haben in Buchholz zumindest vier Kerzen mehr gebrannt als sonst. Und im Gedenkgottesdienst in Adendorf habe ich für die drei Kinder der älteren Dame auch drei Kerzen angezündet.

Dezember 2005

Sommer, Sonne, Strand und Meer

Freitag, Juli 11th, 2008

Meer mit Segelboot 

Wenn ich an Urlaub denke sind genau dies auch bei mir die Stichworte, die mir sofort durch den Kopf gehen. Seit wir Kinder haben, fahren wir an die Ostsee. Als erstes muss ich immer an den Strand zum Meer. Für mich beginnt der Urlaub, wenn ich am Strand meine Schuhe ausziehe, durch den Sand laufe und mit dem Füßen im Wasser stehe. Ich atme die salzige Luft, höre das Meer rauschen und ein kleines Glücksgefühl durchströmt meinen Körper.

 

Im Urlaub gibt es für mich kaum etwas schöneres als am Strand spazieren zu gehen. Das Wetter ist dabei fast egal. Hauptsache es ist warm genug, dass ich barfuß gehen kann. Ich will den Sand und das Wasser spüren. Der Horizont begrenzt den Blick nicht, er kann frei auf dem Wasser schweifen, so wie auch die Gedanke frei kommen und gehen, ohne Begrenzung, Regeln und Zwang. Das rhythmische Geräusch des Wellen tut gut, es beruhigt und gibt mir Vertrauen. Ich versinke da manchmal total in meinen Gedanken. Stundenlang kann ich am Stand entlanggehen. Unsere Bischöfin Margot Käßmann erzählte, sie bete oft beim Joggen. Dazu reicht, fürchte ich, meine Puste nicht, aber bei einem Strandspaziergang mache ich das auch oft.

 

Ursprünglich geschrieben 3.06.2008
Veröffentlicht im Paulusbrief

Und auch in das Leben verliebe ich mich immer wieder neu

Freitag, Juli 11th, 2008

  „Fühlst du Dich auch noch frisch verliebt?“, fragte mich eine Freundin, als ich ihr vor einem Jahr von dem Zwischenhaltgottesdienst zu diesem Thema erzählte. Ich überlegte kurz: ja manchmal schon. Eine Woche später fand ich auf meinem Laptop einen Kasten mit Marzipanherzen und einen kleinen Liebesbrief von meinem Mann, einfach nur so. Das sind solche Augenblicke, wo ich wieder Herzklopfen und ein Kribbel im Bauch habe, mich wie frisch verliebt fühle.

Ich war neugierig, ob nicht nur ich so nach 21 Jahren Beziehung fühle und posteste ich in einem Forum im Internet. Ich war ganz überrascht, wie schnell ich Antworten darauf bekam:

Michaela schrieb: „Schmetterlinge im Bauch, nichts mehr essen können, SEHNSÜCHTIGES Warten auf einen Brief, ein Telefonklingeln, Küsse im Regen und deshalb Dauerschnupfen, das Gefühl, auf Wolken zu schweben, aufgeregt sein…. Nein, wie frisch verliebt fühle ich mich nach fast 14 Jahren Ehe und fast 20 Jahren Beziehung nicht mehr. Es hat sich verändert in eine Richtung des engen Zusammengehörigkeitsgefühls, tiefen Vertrauens, aufeinander Verlassen können und Wohlfühlen miteinander. Doch geblieben ist eine tiefe Sehnsucht, wenn der andere für längere Zeit weg ist.“

 

Katha „Ich denke, dass eine Beziehung immer mal wieder Phasen braucht, in denen man sich in seinen Partner neu verliebt. Denn der Mensch verändert sich immer wieder und somit gibt es immer wieder neue Seiten zu entdecken. Wenn man diese findet und genauso liebt wie die anderen…“

 

Heidi “Ja, ich bin immer mal wieder frisch verliebt. Zum einen in meinen Mann, dann habe ich wieder Schmetterlinge im Bauch, finde ihn unglaublich süß, einfach nur toll. Die ersten Tage nach der Geburt einer meiner Töchter war ich stets wie betrunken vor Glück. Einfach nur verliebt in dieses frische Wesen. Und auch heute verliebe ich mich immer wieder in meine Kinder. Denke tagsüber an sie und muss schmunzeln, freue mich aufs Nachhausekommen,…Und auch in das Leben verliebe ich mich immer wieder neu. Nach einer besonders trüben Zeit scheint endlich wieder die Sonne, und alles erscheint in einem anderen Licht. Dann fühle ich mich verliebt ins Leben, freue mich wie Bolle über „mein“ Leben, über die Gesundheit meiner Kinder. Dann genieße ich jeden Sonnenstrahl und liebe einfach alles und jeden!!!!! Viele wirre Gedanken, wahrscheinlich auch nicht wirklich etwas Brauchbares dabei. Hat aber trotzdem Spaß gemacht „

 

😀„ Uns auch, oder?

 

Ursprünglich geschrieben 1.03.2007
Veröffentlicht im Paulusbrief