Sie befinden sich in den Archiven der Kategorie Allgemein.
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Feb | ||||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ||
| 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | ||||
19.2.2011 von Pirko.
Nein? Wir schon: Es gibt einen Onkel-Willi-Schrank, einen Tante-Marga-Stuhl und einen Tante-Lisa Schrank. Es sind Erbstücke mit denen wir Erinnerungen verbinden.
Der Onkel-Willi-Schrank ist eine Art Sekretär, der bei uns im Flur an der Wand hängt. Dort drauf landet die aktuelle Post und alles, was man so loswerden will, wenn man nach Hause kommt. In ihm bewahren wir Briefumschläge und vieles andere auf. Onkel Willi war der Stiefpapa von Kai, den auch ich noch ein paar Jahre kennen gelernt habe.
In dem Tante-Marga-Stuhl habe ich immer Mittagsruhe gehalten, wenn ich in den Ferien als Kind Tante Marga besucht habe. Wenn man sich zurücklehnt, dann geht das Fußteil hoch und man kann richtig liegen. Super bequem.
Ich war damals 6 Jahre alt, als ich das erste Mal zu Tante Marga und Onkel Arnold zu Besuch kam. Ich kannte sie kaum, aber dem Versprechen, sie nehmen mich jeden Vormittag mit zum Schwimmen, konnte ich nicht widerstehen. Und daraus wurde eine ganz intensive und lange Freundschaft. Als ich 15 war haben wir beide einen Urlaub auf Baltrum verbracht und mit Kai und Pascal verbrachten wir einen Urlaub auf Wangerooge. Sie ist meine Lieblingstante, das heißt richtiger meine Lieblingsgroßtante. Ihr Mann war der Bruder des Vaters meiner Mutter. Als sie ihre Wohnung auflöste, fragte sie mich, ob ich von ihren Möbeln etwas haben wolle. Sie lachte, als ich fragte, ob der Stuhl noch da sei und das Buffet. Beides steht jetzt bei uns. Das Büffet leider nur im Keller für unser Partygeschirr.
Als ich noch ganz klein war, so 4 Jahre schätze ich, da bin ich häufiger über Nacht mal bei meiner Omi gewesen, genau gesagt, bei der Mutter von der Patentante meines Bruders, der Tante Lisa. Oft stand die Omi an ihrem Küchenschrank und schmierte mir ein Brot. Dieser Schrank bestand aus zwei Teilen, unten geschlossene Türen und oben ein Aufsatz mit einem Glasschrank. Der Schrank war weiß gestrichen und ich erinnere mich noch an die Gardienen, die in den Türen hingen. Ich konnte damals noch nicht auf die Küchenplatte gucken. 10 Jahre später halft ich Tante Lisa den Schrank abzubeizen. Das tat man damals mit einer stinkenden und beißenden Lösung, die die Farbe auflöste und mit einem Spachtel abgestrichen wurde. Danach wurden die Reste noch mit Schmirgelpapier entfernt. Eine mühsame Arbeit. Mehre Tage verbrachten wir damit. Tante Lisa sagte dann zu mir:“Wenn ich nicht mehr bin, dann bekommst Du den Schrank!“. Natürlich konnte ich mir das mit 14 kaum vorstellen. Leider brach dann der Kontakt ab und erst kurz vor ihrem Tod trafen wir uns wieder. Völlig überrascht war ich über die Nachricht, dass sie an einer Lungenentzündung gestorben sei. Wochen später bekam ich von einem Kollegen einen Brief, in dem er mir erklärte Frau Lisa Holst hätte mir den alten Küchenschrank vermacht, der nach Ansicht der Alleinerbin keinerlei Verkaufswert habe. Ich war total überrascht. Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass Tante Lisa ihr Versprechen tatsächlich eingehalten hatte. Kai und ich mieten uns einen Wagen und wir fuhren hin, um den Schrank abzuholen. Zunächst stand er bei uns in der Bonusstraße leider nur im Keller. Als wir aber hier nach Buchholz zogen, stellte ich ihn im Flur auf, bis ich die Idee hatte, ihn doch in unser großes Esszimmer als Spieleschrank zu stellen. Ich wusch ihn ab, schmiergelte ihn nochmals und beizte ihn Buchenfarben, um die Farbe etwas aufzufrischen.
Und nun steht er bei uns im Esszimmer, voll über voll mit Kinderspielen. Manchmal sitze ich in Tante Margas Sessel, schaue mir den Schrank an und freue mich total. Ich habe das Gefühl Tante Lisa und Omi Guhra (wie wir sie nannten) sind dann bei mir und freuen sich genauso.
Geschrieben in Persönliches, Allgemein | 2 Kommentare »
25.12.2010 von Pirko.
Gestern habe ich zu Weihnachten die neue CD von Michy Reincke geschenkt bekommen. Dort ist auch das Lied drauf „Taxi nach Paris“ von 1984. Sofort sah ich meine ehemalige Gemeinschaftskundeleistungskurs Lehrerin Frau Thery vor mir, wie sie damals laut singend in unseren Kurs kam. Vergnügt erzählte sie uns, dass dieser Felix de Luxe ein ehemaliger Schüler von ihr sei. Etwas Stolz lag in ihrer Stimme. Wenn ich das richtig nach gerechnet habe, bin ich zumindest ein Jahr noch mit ihm auf der Schule gewesen. Es war das Matthias Claudius Gymnasium (MCG) in Hamburg Mariental. Ein humanistisches Jungengymnasium, bis zwei Jahre bevor ich auf die Schule kam. Ich war der dritte Mädchenjahrgang. Unterrichtet wurden wir vorwiegend von ältere Lehrern, die uns Mädchen oft genug zu verstehen gaben, dass wir eigentlich auf dieser Schule nichts zu suchen hätten. Sprüche wie: „Seit Mädchen auf der Schule seien, können man von den Jungs kaum noch etwas fordern…“ oder „ Seit Mädchen auf der Schule seien, wäre das Niveau deutlich gesunken.“. Natürlich bekam ich keine 1 in Sport, weil Mädchen schließlich nicht die gleiche Leistung bringen. Wenn ich heute an einige dieser Lehrer denke, die damals noch aus einer ganz anderen Zeit stammten, dann kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Rückblickend denke ich, die Zeit auf dieser Schule bis zur Oberstufe habe ich einfach nur ertragen.
Doch dann ging für mich irgendwie die Sonne auf. Tja und diese Sonne war Frau Thery. Nicht nur dass sie zu den vielleicht Handvoll Lehrerinnen gehörte - oder vielleicht waren es in den wenigen Jahren auch schon ein paar mehr gewesen – nein, Unterricht brachte auf einen Mal Spaß. Allein schon, weil wir das Gefühl hatten, auch sie hat Spaß daran, uns etwas bei zu bringen. Zugegeben wir waren auch ein etwas besonderer Kurs: Alle sehr politisch interessiert und vor allen Dingen waren alle Parteien bzw. Richtungen vertreten. Zwei Grüne Mädchen, ein Sozi, zwei ganz Linke und zwei Konservative, die manchmal auch einen Schlag nach rechts hatten und ich vertrat damals ja noch tapfer die Liberalen. Ich habe mal meine Abibuch herausgeholt, das gab es einen Artikel „Eine Stunde GMK-Unterricht im Leben der Gisela T.“. Darin heißt es:
„Der GMK-LK des 4. Semesters freut sich, entgegen aller Erfahrungen, auf die folgenden zwei Stunden. Um die Zeit bis zur Ankunft von Frau T. zu überbrücken, singt der eine Teil die Internationale und der andere das Horst-Wessel-Lied. ….“.
Wir diskutierten dass die Wände wackelten, aber es hat alle Spaß gemacht und war im Wesentlichen sehr fair, oft aber Kabarett reif:
Nachdem die USA 1986 Libyen bombardierten, um den staatlich geförderten Terrorismus zu bekämpfen, diskutierten wir zu dem aktuellen Thema. Ein Mitschüler erklärte darauf hin:
„Reagans Anti-Terrorismus-Politik hieße auf deutsche Verhältnisse übertragen, eine Baader-Meinhof-Wohnung mit einem Tornado auszuheben.“
Ich erinnere mich an eine Stunde, da fiel Frau Thery auf, dass jeder das trug, was er sei: Die roten hatten rote T-Shirts an, die Grünen eben grüne Pullover, ich hatte irgendwas blau-gelbes an und die Konservativen trugen schwarz bzw. braun. Da lachte ich plötzlich und fragte Frau Thery, ich hätte gar nicht gewusst, dass sie zu den Königstreuen gehöre. Sie lachte ebenfalls laut und schüttelte heftig den Kopf, als sie an sich herunter sah: Sie hatte einen schwarz, weiß-roten Pullover an. Natürlich war sie alles andere als Königstreu, wohl eher grün-rot angehaucht.
Einmal ist sie mit uns in die Caféteria von Horten gegangen. Warum weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall habe ich laut es laut vorgelesen, als ich sah, dass sie für diese Stunde in das Klassenbuch „Gruppendynamik“ eingetragen hatte. Fortan wurde Frau Thery von uns genervt, wann wir denn endlich mal wieder Gruppendynamik machen.
Eines Tages kam sie mit einem nagelneuen schicken Aktenkoffer in den Unterricht. Irgendwie passte der so gar nicht zu ihr. Sie war aber sehr stolz auf ihren neuen Koffer und verteidigte ihn auf unsere Anfeindungen sehr. Als sie in der Pause kurz nach unten ging, um etwas zu holen, griff einer von uns sich den Koffer und verstellte kurzerhand die Zahlenkombination. Bis zum Ende der Stunde mussten wir waren. Endlich versuchte sie ihren Koffer zu öffnen…Wir konnten dann heraus handeln, wir geben ihr die neue Nummer und bekommen aber dafür keine Hausaufgaben auf. Unter Protest stimmte sie zu.
Bei Frau Thery durften Mädchen im Unterricht stricken, Jungen nicht. Was natürlich zunächst eine große Diskussion auslöste, dass dies nicht nur ungerecht sondern auch gegen Artikel 3 des Grundgesetzes verstoße. Sie blieb aber hart mit der Begründung, Jungen könnten sich nur auf das Stricken konzentrieren, Mädchen auf beides. Kurz vor Weihnachten strickte ich einen kleinen roten Strumpf. Sie guckte mich plötzlich völlig verdattert an und fragte:“Muss mir das jetzt etwas sagen?“. Ich verstand zunächst nicht worauf sie anspielte, da ich schließlich einen kleine Strumpf zum Verschenken an Nikolaus strickte. Bis ich begriff und zu lachen anfing. Nein, sie müsse sich keine Gedanken machen, so weit ich wüsste, sei ich nicht schwanger und hätte es im Augenblick auch nicht vor zu werden. Aber als sie einmal beiläufig von ihrem Sohn Pascal erzählte, da dachte ich:“Ja, das ist ein schöner Name, den könnte ich mir auch für meinen Sohn vorstellen.“ Und dabei blieb es auch nicht.
Rückblickend denke ich, Frau Therys Stunden waren die schönsten Schulstunden, die ich hatte. Und wenn ich „Taxi nach Paris“ höre, denke ich gerne an diese Zeit.
Geschrieben in Erinnerungslieder, Persönliches, Amüsantes, Allgemein | 1 Kommentar »
26.11.2008 von Pirko.
![]()
Jedes Jahr sterben allein in Deutschland 20.000 Kinder und junge Erwachsene, weltweit sind es um ein Vielfaches mehr. Und überall bleiben trauernde Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde zurück. Täglich wird in den einzelnen Familien dieser Kinder gedacht. Doch einmal im Jahr wollen weltweit Betroffene nicht nur ihrer eigenen Töchter, Söhne, Schwestern, Brüder, Enkel und Enkelinnen gedenken.
Jedes Jahr am 2. Sonntag im Advent stellen seit vielen Jahren Betroffene rund um die ganze Welt um 19.00 Uhr brennende Kerzen in die Fenster. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so dass eine Lichterwelle 24 Stunden die ganze Welt umringt.
Jedes Licht im Fenster steht für das Wissen, dass diese Kinder das Leben erhellt haben und dass sie nie vergessen werden. Das Licht steht auch für die Hoffnung, dass die Trauer das Leben der Angehörigen nicht für immer dunkel bleiben lässt. Das Licht schlägt Brücken von einem betroffenen Menschen zum anderen, von einer Familie zur anderen, von einem Haus zum anderen, von einer Stadt zur anderen, von einem Land zum anderen. Es versichert Betroffene der Solidarität untereinander. Es wärmt ein wenig das kalt gewordenen Leben und wird sich ausbreiten, wie es ein erster Sonnenstrahl am Morgen tut.(Aus:Tätigkeitsbericht 2003 Bundesverband Verwaiste Eltern)
Als wir vor ein paar Monaten nach Buchholz gezogen sind, habe ich dennoch mir ein Herz gefaßt und beim Pastor angerufen, ob ich in seinem Gottesdienst am 11.12.05 auf den Weltgedenktag hinweisen dürfte. Er war erst etwas unsicher, sagte es mir aber zu. Da ich gleich beim Gemeindebrief mitmachte, war es auch nicht schwer dort einen entsprechenden Artikel zu plazieren. Die Pastorin, die dort mitmacht, meldete mir sehr postive Rückmeldungen auf meinen Artikel und erklärte auch gleich, sie übernehme den Gottsdienst am 11.12.05 worüber ich mich freute. Heute also saß ich mit ihr zusammem im Gottesdienst. Da es eine neue Gemeinde ist - in meiner alten hatte ich das schon zweimal gemacht - war ich aufgeregter als sonst. Als ich an der Reihe war, ging ich nach vorne und sprach folgenden Text:
“Haben Sie schon einmal beobachtet, welche Wirkung das Anzünden einer Kerze auf Sie hat? (Ich ging nach vorne zum Altar und zündete eine Kerze an) Es hat etwas ungemein beruhigendes, fast friedliches. Zur Zeit zündet jeder von uns tagtäglich eine oder auch mehrere Kerzen an. Kerzen des Adventskranzes, Kerzen der Weihnachtspyramide und am Heiligen Abend Kerzen des Weihnachtsbaumes.
Auch ich werde heute Abend wieder eine Kerze anzünden. Eine ganz besondere Kerze, die allerdings nichts mit der Adventszeit zu tun hat. Eine Kerze, die für meinen ersten Sohn Tobias brennen wird, der bei der Geburt starb. So wie viele verwaiste Eltern, denn heute ist der Weltgedenktag für verstorbene Kinder und Geschwister. Es ist sicher nicht zufällig, daß dieser Tag im Advent liegt, denn die Weihnachtszeit ist für uns verwaiste Eltern eine nicht ganz einfache Zeit: Das Fest der Familie, aber einer fehlt und wird immer fehlen. Daher ist dieser Weltgedenktag für uns so wichtig:
Jedes Jahr am 2. Sonntag im Dezember stellen Betroffene rund um die ganze Welt um 19.00 Uhr brennende Kerzen in die Fenster. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so daß eine Lichterwelle 24 Stunden die ganze Welt umringt. Diese Lichterwelle zeigt den Eltern, daß sie nicht alleine sind.

Zusammen mit meinen anderen Söhnen werde ich daher heute Abend um 19 Uhr diese Kerze für Tobias anzünden und ins Fenster stellen. Vielleicht gibt es auch in Ihrer Familie oder Bekanntenkreis ein verstorbenes Kind, für das sie heute Abend eine Kerze anzünden.
Als der Gottesdienst zu Ende war, hörte ich hinter mir auf der Bank eine ältere Dame sagen:”Ich habe drei Kinder verloren, aber von so einem Tag habe ich noch nie gehört:” Die andere Dame drückte ihre Hände. Im Ausgang wurde ich von einer Frau aus dem Kirchenvorstand angesprochen. Sie hätte das sehr bewegt und würde gerne nächsten Samstag (dort sehen wir uns in der Kinderkirche) mit mir näher sprechen. Ich glaube, heute haben in Buchholz zumindest vier Kerzen mehr gebrannt als sonst. Und im Gedenkgottesdienst in Adendorf habe ich für die drei Kinder der älteren Dame auch drei Kerzen angezündet.
Dezember 2005
Geschrieben in Nachdenkliches, Allgemein | Keine Kommentare »
11.7.2008 von Pirko.
Wenn ich an Urlaub denke sind genau dies auch bei mir die Stichworte, die mir sofort durch den Kopf gehen. Seit wir Kinder haben, fahren wir an die Ostsee. Als erstes muss ich immer an den Strand zum Meer. Für mich beginnt der Urlaub, wenn ich am Strand meine Schuhe ausziehe, durch den Sand laufe und mit dem Füßen im Wasser stehe. Ich atme die salzige Luft, höre das Meer rauschen und ein kleines Glücksgefühl durchströmt meinen Körper.
Im Urlaub gibt es für mich kaum etwas schöneres als am Strand spazieren zu gehen. Das Wetter ist dabei fast egal. Hauptsache es ist warm genug, dass ich barfuß gehen kann. Ich will den Sand und das Wasser spüren. Der Horizont begrenzt den Blick nicht, er kann frei auf dem Wasser schweifen, so wie auch die Gedanke frei kommen und gehen, ohne Begrenzung, Regeln und Zwang. Das rhythmische Geräusch des Wellen tut gut, es beruhigt und gibt mir Vertrauen. Ich versinke da manchmal total in meinen Gedanken. Stundenlang kann ich am Stand entlanggehen. Unsere Bischöfin Margot Käßmann erzählte, sie bete oft beim Joggen. Dazu reicht, fürchte ich, meine Puste nicht, aber bei einem Strandspaziergang mache ich das auch oft.
Ursprünglich geschrieben 3.06.2008
Veröffentlicht im Paulusbrief
Geschrieben in Allgemein | Keine Kommentare »
11.7.2008 von Pirko.
„Fühlst du Dich auch noch frisch verliebt?“, fragte mich eine Freundin, als ich ihr vor einem Jahr von dem Zwischenhaltgottesdienst zu diesem Thema erzählte. Ich überlegte kurz: ja manchmal schon. Eine Woche später fand ich auf meinem Laptop einen Kasten mit Marzipanherzen und einen kleinen Liebesbrief von meinem Mann, einfach nur so. Das sind solche Augenblicke, wo ich wieder Herzklopfen und ein Kribbel im Bauch habe, mich wie frisch verliebt fühle.
Ich war neugierig, ob nicht nur ich so nach 21 Jahren Beziehung fühle und posteste ich in einem Forum im Internet. Ich war ganz überrascht, wie schnell ich Antworten darauf bekam:
Michaela schrieb: „Schmetterlinge im Bauch, nichts mehr essen können, SEHNSÜCHTIGES Warten auf einen Brief, ein Telefonklingeln, Küsse im Regen und deshalb Dauerschnupfen, das Gefühl, auf Wolken zu schweben, aufgeregt sein…. Nein, wie frisch verliebt fühle ich mich nach fast 14 Jahren Ehe und fast 20 Jahren Beziehung nicht mehr. Es hat sich verändert in eine Richtung des engen Zusammengehörigkeitsgefühls, tiefen Vertrauens, aufeinander Verlassen können und Wohlfühlen miteinander. Doch geblieben ist eine tiefe Sehnsucht, wenn der andere für längere Zeit weg ist.“
Katha „Ich denke, dass eine Beziehung immer mal wieder Phasen braucht, in denen man sich in seinen Partner neu verliebt. Denn der Mensch verändert sich immer wieder und somit gibt es immer wieder neue Seiten zu entdecken. Wenn man diese findet und genauso liebt wie die anderen…“
Heidi “Ja, ich bin immer mal wieder frisch verliebt. Zum einen in meinen Mann, dann habe ich wieder Schmetterlinge im Bauch, finde ihn unglaublich süß, einfach nur toll. Die ersten Tage nach der Geburt einer meiner Töchter war ich stets wie betrunken vor Glück. Einfach nur verliebt in dieses frische Wesen. Und auch heute verliebe ich mich immer wieder in meine Kinder. Denke tagsüber an sie und muss schmunzeln, freue mich aufs Nachhausekommen,…Und auch in das Leben verliebe ich mich immer wieder neu. Nach einer besonders trüben Zeit scheint endlich wieder die Sonne, und alles erscheint in einem anderen Licht. Dann fühle ich mich verliebt ins Leben, freue mich wie Bolle über “mein” Leben, über die Gesundheit meiner Kinder. Dann genieße ich jeden Sonnenstrahl und liebe einfach alles und jeden!!!!! Viele wirre Gedanken, wahrscheinlich auch nicht wirklich etwas Brauchbares dabei. Hat aber trotzdem Spaß gemacht “
„ Uns auch, oder?
Ursprünglich geschrieben 1.03.2007
Veröffentlicht im Paulusbrief
Geschrieben in Allgemein | Keine Kommentare »