Kennt Ihr Stolpersteine?

stolperstein.JPG Gehört hatte ich schon von dem Projekt und einiges im Fernsehen gesehen, aber als ich zur Uni über die Rothenbaumchaussee in Hamburg ging, stolperte ich tatsächlich über solche Steine und blieb erst einmal ganz fasziniert stehen. Ich las die Namen und die kurzen Beschreibungen. Im Internet http://www.stolpersteine-hamburg.de recherchierte ich dann weiter und fand zum Teil eine kurze Geschichte dazu. Seit dem gehe ich mit offenen Augen durch die Straßen und entdecke immer wieder solche Stolpersteine, die ich dann fotografiere, sofern ich eine Kamera dabei habe.

Über die Stolpersteine in der Rothenbaumchaussee bin ich dann auf die in der Johnsallee 68 gekommen, dort gibt es natürlich auch welche. Johnsallee 68 war die »Ehe¬malige Calmannsche Frauenklinik«. Nach der erzwungenen Schließung des Israelitischen Krankenhauses in St. Pauli 1939 diente das Klinikgebäude bis 1942 als Krankenhaus für die noch nicht deportierten Juden. Zu meinen Studienzeiten wurde es wurde es zuletzt von der Universität als Seminargebäude genutzt. Es wurde von uns „das kleine Rechtshaus“ genannt. Ich hatte dort glaube ich Steuerrecht und Konzernrecht gehört. Als ich dort in der Vorlesung saß, fragte ich mich, wie die Uni zu so einer großen tollen Villa calmanische.JPG stolpersteincalmann.JPGgekommen ist, die sich zwar nicht in einem super Zustand befand, die aber ahnen ließ, welche Pracht dahinter stand. Wenn ich nun daran denke, was sich dort wohl bis 1942 dort abgespielt hat. 2007/2008 erfolgten Umbau zu einem hochwertigen Mehrfamilienhaus. An die Calmannsche Frauenklinik erinnert heute nur noch eine Gedenktafel und die Stolpersteine davor.

Ein der Stolpersteine gedenkt an Dr. Hans Rosenbaum geb. 21.6.1901, am 15.7.1942 nach Theresienstadt, von dort am 16.5.1944 nach Auschwitz deportiert. Seine letzte Adresse war das Jüdische Krankenhaus in der Johnsallee 68. Seine ausführliche Geschickte kann man unter http://www.stolpersteine-hamburg.de/?&MAIN_ID=7&r_name=&r_strasse=johnsallee&r_bezirk=&r_stteil=&recherche=recherche&r_sort=Nachname_AUF&submitter=suchen&BIO_ID=27 nachlesen.

Vor der Rechtsanwaltskammer in Celle stolpersteincelle.jpg
In Buchholz gibt es natürlich keine Stolpersteine, aber in Celle direkt vor der Rechtsanwaltskammer fand ich welche, also ich dort zum Seminar war. Natürlich habe ich sie auch gleich fotografiert. Das Schicksaal von Anna Hesse kann man hier nachlesen.

So dicht wäre die Sicherheit gewesen
Als ich im November 2011 mit Kai in Konstanz zum Betriebsfest seiner Firma war, da gingen wir am Samstag in Konstanz spazieren und ich wollte gerne nach Kreuzlingen in die Schweiz. Auf den Weg dorthin stolperte ich mal wieder kurz vor der Grenze über einen Stolperstein. Sehr beeindruckt hat mich das Schicksaal von Markus Heim, weil direkt neben der Deutsch-Schweizer-Grenze (keine 50 m) wohnte. Markus Heim durfte aber nicht nach Kreuzlingen übersiedeln, wo er vor den Nazi sicher gewesen wäre, sondern floh schließlich über Frankreich in die Schweiz. stein_heim_markus.jpg />

Mal sehen, wo ich die nächsten Stolpersteine finde.

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