Was für eine Saison !?
In der Hinrunde hatten wir uns Platz 5 gesichert und waren damit knapp an der Qualifikation zur starken Rückrunde gescheitert. Wir waren hoch zufrieden, da wir in der mittleren Rückrunde zu den eher stärkeren Mannschaften zählen würden. Durch einen Rückzug einer Mannschaft, waren wir doch dabei und hatte etwas Sorge, ob wir überhaupt Mithalten könnten.
Klar konnten wir das!
Gegen Hellbrock und Lorbeer holten wir mit 2:1 zwei Siege und gegen Niendorf ein 1:1. Gegen den HSV, der schließlich Meister wurde (bei den Damen Sonderklasse immerhin!) haben wir ein starkes 2:3 herausgeholt. Eine super Leistung.
Mit 7 Punkten schafften wir Platz 9. Silvana mit 7 Toren auf Platz 6 der Torschützenliste. Das hatten wir noch nie!

Mithalten konnten wir aber nur, weil wir überraschend im Winter Verstärkung bekommen haben und was für welche:
Laura, zusammen mit Mici in der Innenverteidigung unserer Viererkette eine Wand, die auch mit nach vorne spielt und insbesondere technisch eine überragende Spielerin ist.
Verena, unsere kleine Unruhestifterin im Sturm, die sich immer wieder durchwuselt und am letzten Spieltag endlich mit einem wohlverdienten Tor belohnt.

Silvana und Verena
Silvana, eine Spielerin nicht nur mit dem absolut härtesten und platziertesten Schuss (ich hatte manchmal das Gefühl, die schießt mich auch mit Ball ins Tor!), die mit jedem Körperteil einen Ball annehmen kann (Originalton Trainer), um diesen dann zielsicher im Tor zu versenken.
Ann Marie unser Youngster, die tapfer einen fast Knockout wegsteckte. Sich vorne durchkämpft und nächste Saison mit Sicherheit auch ein Tor schießen wird.
Natürlich braucht so eine aufsteigende Mannschaft wie wir einen Co-Trainer., den wir mit Lauritz, auch „Boss“ genannt bekamen. Lauritz und Julian sind ein super Trainerteam. Aber Julian, ich glaube ich bevorzuge Lauritz als Torwarttrainer. Nach Deinem Training war ich blitzblau und hatte eine Woche Muskelkater…
Vielen Dank auch an unsere super Fanbase, die uns nicht nur zu den Heimspielen unterstützt, sondern auch weite Wege zu den Auswärtsspielen nicht scheut: Gerrit, Pori, Frank, unser drei Johannisse, Oli, Julians Schwiegermutter mit Jonas, Eltern Lackner und Chris (danke für das Torwartcoaching und die vielen Fotos und Filme).

Was macht uns aus?
Es macht einfach Spaß in einer solchen Mannschaft zu spielen mit so vielen unterschiedlichen Frauen von 17 bis 49, eine echt coole Truppe.
Megastimmung in der Kabine schon beim Umziehen meisten mit Ghettoblaster…
Eine Mannschaft mit einem unglaublichen Kampfgeist, die, wenn sie will, über sich hinauswachsen kann, wenn wir an unser Spiel in Altona denken (hierzu weiter unten).
Eine Mannschaft, die zusammenhält und fair bleibt, auch wenn es der Gegner nicht ist. Die auch ruhig bleibt, obwohl ein betrunkener Schiri uns pfeift, der einfach das Spiel nicht mehr anpfiff und den Platz verließ.
Eine Mannschaft, die megafeiern kann.

Pirko, Birgit, Emma, Anja und Jessica

Vivi und Ann Marie

Jessica
Eine Mannschaft, die cool reagiert, als ihr Linksverteidiger, der in der ersten Halbzeit noch im Tor stand, plötzlich im Fünfmeterraum den Ball fängt und ihn der aktuellen Torhüterin zuwirft…
Eine Mannschaft, die vor dem Spiel zeigt, dass sie gewinnen will… es ist ein ganz besonderer Moment, wenn Silvana den Kreis einläutet und uns zu unserem Teamruf anpeitscht.
„Ich fühle mich so in der Mannschaft wohl. Ihr gibt mir Tipps. Jedes Mal wenn ich beim Training bin, lerne ich was neues. Ihr seid eine super Mannschaft und danke, dass ich ein Teil von sein darf.“
Denise, unser letzter Neuzugang
Mici unsere Mannschaftskapitänin fasst es kurz und knapp zusammen:
„Meine tollsten Momente mit euch , sind die Begrüßung von neuen Spielern. Jeder wir bei uns aufgenommen. Wir feiern jeden und alles. Wenn man zum Training kommt, guckt man immer in lächelnde Gesichter. Das ist er Wahnsinn!
Ich kenne keine Mannschaft, wo Jung und alt so gut zusammenpassen wie bei uns.
Und das Beste: bei uns gibt es niemals Schuldzuweisungen. Ihr seid alle miteinander einzigartig und das bring so viel FUN! Ich freue mich, ein Teil von Euch zu sein. Ein Teil von einer Mannschaft, in der jeder für jeden einsteht und jeder willkommen ist. Ihr seid die Besten.“

Mici
Unser aller Highlight war mit Abstand das Spiel in Altona, unsere Schlammschlacht.
Altona, dritter der Tabellen und eine wirklich leistungsstarke Mannschaft, empfing uns auf einem Grandplatz bei Regen. Super!

Ich war schon nach dem Aufwärmen voller Schlamm, das lässt sich als Torwart nicht vermeiden. Mir war das egal, denn wann wird von einer über 40 jährigen Frau erwartet, dass sie sich in den Matsch wirft?

Leider begannen wir alles andere als stark. Bereits in der dritten Minute kassierten wir das 0:1 und dann im 10 Minutentakt ein Tor. Wenigstens kurz vor der Pause gelangt Vivi das Anschlusstor zum 1:4. Ich rechnete schon hoch und dachte nur, oje, hoffentlich wird das nicht zweistellig… Einen Schuss konnte ich abwehren, aber nicht festhalten. Ich lag im Matsch und hörte hinter mir Schritte, dachte es wäre ein Gegner und machte einen Satz zum Ball. Doch dabei riss ich Mici um, die den Ball wegschießen wollte. Beide lagen wir im Matsch…
Das Tor vor der Pause hatte unseren Kampfgeist geweckt. In der 44. Minute schoss Silvana das 2:4 und vier Minuten Später das 3:4… wir wollten das Unentschieden und kämpften. Doch leider schossen die Altonaer dann in der 54 Minute das 3:5, den Endstand.

Mannschaftsfoto nach dem Spiel in Altona
Wir feierten diesen Endstand wie einen Sieg. Es war die Megacoolste Stimmung in der Kabine. Wir waren alle bis auf die Haut durchnässt und voller Schlamm, das Wasser verfärbte sich bei Duschen braun, aber megaglücklich.
Mein Top 1 Moment der letzten Saison war beim Spiel gegen Niendorf
Da uns schon vor der Hinrunde unsere Torhüterin verlassen hatte, spielten wir mit wechselnden Torhütern. Nachdem ich feststellte, dass ich trotz Arthrose in den Daumen im Tor spielen kann und es mir Spaß gemacht hat, sagte ich zu, die Rückrunde im Tor zu stehen.

Mein persönliches Ziel, kein zweistellige Ergebnis zu fangen und wenigstens ein Spiel zu Null zu spielen, schaffte ich fast… immerhin haben wir dreimal zu 1 gespielt.
Im Heimspiel gegen Niendorf hatte ich bis zu 45 Minute die Hoffnung, es doch noch zu schaffen. Doch da machte mir eine meiner Lieblingsverteidigerinnen einen Strich durch die Rechnung: Ich sah den Ball aufs Tor zukommen, lief auf ihn zu und rief „ich habe ihn!“ (ja, ich kann das durchaus!). Erwartungsvoll sah ich ihn bereits in meine Arme rollen, doch ganz kurz vorher, ein kleiner Kick und direkt vor meiner Nase wurde mir der Ball von der eigenen Verteidigern weggeschossen, direkt vor die Füße der Niendorferin, die ihn ins Tor schoss. Aus der Traum…
Wenigstens schoss Vivi in der 67 Minute den Ausgleich. Da kam in der 79 Minute eine Spieler mit Ball auf Mici zu, die kurz vor dem 16 Meterraum stand. Ganz entspannt dachte, ich: „Klar, das klärt Mici, wie gewohnt“, doch dann war die plötzlich an Mici vorbei und lief zusammen mit einer anderen Spielerin von Niendorf auf mich zu. „He, so kurz vor Schluss, lasse ich mir doch das Unentschieden nicht nehmen…“, dachte ich, und lief auf die beiden zu, warf mich hin und hatte ihnen den Ball abgenommen. Mici kam sofort auf mich zu und rief:“Pirko, Du geile Sau!“. Gibt es ein schöneres Kompliment von einer Kapitänin?
Um mit Sarahs (übrigens noch ein vielversprechender Neuzugang) Worten zu enden: “ Ich freue mich schon riesig auf die nächste Saison und muss sagen, dass es mit Euch riesig Spaß macht, Ihr seid echt ne coole Truppe“
