Gedenkstätte Bergen Belsen

August 11th, 2015

BergenBelsen (5)

Gestern waren wir mit unseren Jungs in Bergen-Belsen und haben dort die Gedenkstätte des KZ besucht. Vor 70 Jahren wurden die KZ befreit. Anfang des Jahres habe ich viele Dokumentationen und Interviews mit den letzten Zeitzeugen gesehen, die mich sehr bewegt haben. Dabei stellte ich fest, dass ich noch nie eine solche Gedenkstätte besucht habe. Als ich auf dem Weg nach Celle an Bergen-Belsen vorbeifuhr, dachte ich, hier möchte ich mal hin.

Dokumentationszentrum der GedenkstŠtte Bergen-Belsen

Dokumentationszentrum der GedenkstŠtte Bergen-Belsen

BergenBelsen (1)

BergenBelsen (2)

Unzählige dieser Massengräber befinden sich auf dem Gelände.

Unzählige dieser Massengräber befinden sich auf dem Gelände.

Alle Jungs wollten mit und waren sehr interessiert. Mit Ruben sind wir allerdings nicht in die Ausstellung gegangen, weil die Fotos und auch die Filme zu heftig waren und er das ganze sicher noch nicht hätte verstanden.
Leider ist vom Lager außer den vielen Massengräbern nichts erhalten. Es gibt nur Reste der ehemaligen Baracke 9 des Häftlingslagers. Jugendliche des CVJM haben auf die Steine Namen geschrieben. Es sind Namen von Juden aus Ungarn, die zum Austausch bestimmt waren, daher findet man Namen sowohl von Frauen als auch von Männern. Auf der einen Seite der Steine steht das Geburtsdatum und auf der anderen Seite evtl. das Sterbedatum. Die verseuchten Baracken wurden nach und nach bis Mitte Mai 1945 geräumt und verbrannt.
Die Massengräber beeindruckten mich sehr. Hier waren zigtausend Menschen im April 1945 bestattet worden.

Jugendliche des CVJM haben auf die Steine Namen geschrieben.

Jugendliche des CVJM haben auf die Steine Namen geschrieben.


In der Ausstellung gab es darüber einen Film der Britischen Armee. Diese Bilder haben meine großen Jungs und auch mich am meisten beeindruckt. Es wurde gezeigt, wie die völlig ausgemergelten Leichen erst von einzelnen zu den Gräbern geschleppt wurden. Als die Engländer merkten, dass dies so nicht zu bewältigenden ist, setzten sie Bulldozer ein, die die Leichenberge in die Gräber schob. Fürchterlich. Diese Bilder vergisst man nie.
Beeindruckend fand ich auch die Szene, wo die deutsche Bevölkerung in das Lager geführt wurde, um sich diesen Schrecken anzusehen, und dies tatsächlich die Briten beschimpften. Wie kann man bei einem solchen Anblick seinen Mund aufmachen?

Diese aus Fäden einer Pferdedecke gestrickte Handschuhe zogen mich in der Ausstellung an.

Diese aus Fäden einer Pferdedecke gestrickte Handschuhe zogen mich in der Ausstellung an.

In der Ausstellung kommen viele ehemalige Häftlinge zu Wort. Am meisten hat mich Yvonne Koch beeindruckt. Ich sah zwei gestrickte Kinderhandschuhe in einem Schaukasten und blieb stehen. Dort erzählte in einem Filme Yvonne Koch von ihrem Schicksaal. Als 10 Jährige wurde sie von der Tschechoslowakei als Jüdin nach Bergen Belsen deportiert, alleine ohne Eltern. Diese hatten sie in einem katholischen Mädchenkloster verstecken wollen, wo sie allerdings entdeckt wurde. Nur auf sich gestellt, lebte sie im Lager. Sie verstand nicht, warum sie da war und hoffte jeden Tag, dass ihre Eltern sie aus der Hölle befreien kommen. Nur von einer russischen Mitgefangenen erlebte sie etwas Mitgefühl. Sie gab ihr etwas zu essen und strickte aus Fäden einer Pferdedecke diese Handschuhe für sie. Für Yvonne waren sie ein Schatz, nicht nur weil die Handschuhe sie wärmten. Bei der Befreiung lag sie bereits fast verhungert mit Typhus auf einer Pritsche bereits im Koma und wurde von einem britischen Soldaten entdeckt und sofort ins Lazarett gebracht. Im Juni 1945 sah sie dann ihre Eltern in Prag wieder.

Yvonne Koch wurde als 10 Jährige ohne Eltern nach Bergen Belsen deportiert.

Yvonne Koch wurde als 10 Jährige ohne Eltern nach Bergen Belsen deportiert.

Die Ausstellung ist sehr beeindruckend und es gibt noch so viel zu lesen und hören, so dass es sich lohnt auch noch ein weiteres Mal sie zu besuchen.

Unserer Saison 2014/2015 ein Rückblick

Juni 9th, 2015


Was für eine Saison !?

In der Hinrunde hatten wir uns Platz 5 gesichert und waren damit knapp an der Qualifikation zur starken Rückrunde gescheitert. Wir waren hoch zufrieden, da wir in der mittleren Rückrunde zu den eher stärkeren Mannschaften zählen würden. Durch einen Rückzug einer Mannschaft, waren wir doch dabei und hatte etwas Sorge, ob wir überhaupt Mithalten könnten.

Klar konnten wir das!

Gegen Hellbrock und Lorbeer holten wir mit 2:1 zwei Siege und gegen Niendorf ein 1:1. Gegen den HSV, der schließlich Meister wurde (bei den Damen Sonderklasse immerhin!) haben wir ein starkes 2:3 herausgeholt. Eine super Leistung.

Spiele

Mit 7 Punkten schafften wir Platz 9. Silvana mit 7 Toren auf Platz 6 der Torschützenliste. Das hatten wir noch nie!

Tabelle2015

Mithalten konnten wir aber nur, weil wir überraschend im Winter Verstärkung bekommen haben und was für welche:
Laura, zusammen mit Mici in der Innenverteidigung unserer Viererkette eine Wand, die auch mit nach vorne spielt und insbesondere technisch eine überragende Spielerin ist.
Verena, unsere kleine Unruhestifterin im Sturm, die sich immer wieder durchwuselt und am letzten Spieltag endlich mit einem wohlverdienten Tor belohnt.

Silvana und Verena

Silvana und Verena

Silvana, eine Spielerin nicht nur mit dem absolut härtesten und platziertesten Schuss (ich hatte manchmal das Gefühl, die schießt mich auch mit Ball ins Tor!), die mit jedem Körperteil einen Ball annehmen kann (Originalton Trainer), um diesen dann zielsicher im Tor zu versenken.
Ann Marie unser Youngster, die tapfer einen fast Knockout wegsteckte. Sich vorne durchkämpft und nächste Saison mit Sicherheit auch ein Tor schießen wird.
Natürlich braucht so eine aufsteigende Mannschaft wie wir einen Co-Trainer., den wir mit Lauritz, auch „Boss“ genannt bekamen. Lauritz und Julian sind ein super Trainerteam. Aber Julian, ich glaube ich bevorzuge Lauritz als Torwarttrainer. Nach Deinem Training war ich blitzblau und hatte eine Woche Muskelkater…

Vielen Dank auch an unsere super Fanbase, die uns nicht nur zu den Heimspielen unterstützt, sondern auch weite Wege zu den Auswärtsspielen nicht scheut: Gerrit, Pori, Frank, unser drei Johannisse, Oli, Julians Schwiegermutter mit Jonas, Eltern Lackner und Chris (danke für das Torwartcoaching und die vielen Fotos und Filme).
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Was macht uns aus?
Es macht einfach Spaß in einer solchen Mannschaft zu spielen mit so vielen unterschiedlichen Frauen von 17 bis 49, eine echt coole Truppe.
Megastimmung in der Kabine schon beim Umziehen meisten mit Ghettoblaster…
Eine Mannschaft mit einem unglaublichen Kampfgeist, die, wenn sie will, über sich hinauswachsen kann, wenn wir an unser Spiel in Altona denken (hierzu weiter unten).
Eine Mannschaft, die zusammenhält und fair bleibt, auch wenn es der Gegner nicht ist. Die auch ruhig bleibt, obwohl ein betrunkener Schiri uns pfeift, der einfach das Spiel nicht mehr anpfiff und den Platz verließ.
Eine Mannschaft, die megafeiern kann.

Pirko, Birgit, Emma, Anja und Jessica

Pirko, Birgit, Emma, Anja und Jessica

Vivi und Ann Marie

Vivi und Ann Marie

Jessica

Jessica

Eine Mannschaft, die cool reagiert, als ihr Linksverteidiger, der in der ersten Halbzeit noch im Tor stand, plötzlich im Fünfmeterraum den Ball fängt und ihn der aktuellen Torhüterin zuwirft…
Eine Mannschaft, die vor dem Spiel zeigt, dass sie gewinnen will… es ist ein ganz besonderer Moment, wenn Silvana den Kreis einläutet und uns zu unserem Teamruf anpeitscht.

KreisRothenburgsort

„Ich fühle mich so in der Mannschaft wohl. Ihr gibt mir Tipps. Jedes Mal wenn ich beim Training bin, lerne ich was neues. Ihr seid eine super Mannschaft und danke, dass ich ein Teil von sein darf.“
Denise, unser letzter Neuzugang

Mici unsere Mannschaftskapitänin fasst es kurz und knapp zusammen:
„Meine tollsten Momente mit euch , sind die Begrüßung von neuen Spielern. Jeder wir bei uns aufgenommen. Wir feiern jeden und alles. Wenn man zum Training kommt, guckt man immer in lächelnde Gesichter. Das ist er Wahnsinn!
Ich kenne keine Mannschaft, wo Jung und alt so gut zusammenpassen wie bei uns.

Und das Beste: bei uns gibt es niemals Schuldzuweisungen. Ihr seid alle miteinander einzigartig und das bring so viel FUN! Ich freue mich, ein Teil von Euch zu sein. Ein Teil von einer Mannschaft, in der jeder für jeden einsteht und jeder willkommen ist. Ihr seid die Besten.“

Mici

Mici

Unser aller Highlight war mit Abstand das Spiel in Altona, unsere Schlammschlacht.
Altona, dritter der Tabellen und eine wirklich leistungsstarke Mannschaft, empfing uns auf einem Grandplatz bei Regen. Super!

Altona

Ich war schon nach dem Aufwärmen voller Schlamm, das lässt sich als Torwart nicht vermeiden. Mir war das egal, denn wann wird von einer über 40 jährigen Frau erwartet, dass sie sich in den Matsch wirft?

Aufstellugn

Leider begannen wir alles andere als stark. Bereits in der dritten Minute kassierten wir das 0:1 und dann im 10 Minutentakt ein Tor. Wenigstens kurz vor der Pause gelangt Vivi das Anschlusstor zum 1:4. Ich rechnete schon hoch und dachte nur, oje, hoffentlich wird das nicht zweistellig… Einen Schuss konnte ich abwehren, aber nicht festhalten. Ich lag im Matsch und hörte hinter mir Schritte, dachte es wäre ein Gegner und machte einen Satz zum Ball. Doch dabei riss ich Mici um, die den Ball wegschießen wollte. Beide lagen wir im Matsch…
Das Tor vor der Pause hatte unseren Kampfgeist geweckt. In der 44. Minute schoss Silvana das 2:4 und vier Minuten Später das 3:4… wir wollten das Unentschieden und kämpften. Doch leider schossen die Altonaer dann in der 54 Minute das 3:5, den Endstand.

Mannschaftsfoto nach dem Spiel in Altona

Mannschaftsfoto nach dem Spiel in Altona

Wir feierten diesen Endstand wie einen Sieg. Es war die Megacoolste Stimmung in der Kabine. Wir waren alle bis auf die Haut durchnässt und voller Schlamm, das Wasser verfärbte sich bei Duschen braun, aber megaglücklich.

Mein Top 1 Moment der letzten Saison war beim Spiel gegen Niendorf
Da uns schon vor der Hinrunde unsere Torhüterin verlassen hatte, spielten wir mit wechselnden Torhütern. Nachdem ich feststellte, dass ich trotz Arthrose in den Daumen im Tor spielen kann und es mir Spaß gemacht hat, sagte ich zu, die Rückrunde im Tor zu stehen.

Hinrunde

Mein persönliches Ziel, kein zweistellige Ergebnis zu fangen und wenigstens ein Spiel zu Null zu spielen, schaffte ich fast… immerhin haben wir dreimal zu 1 gespielt.
Im Heimspiel gegen Niendorf hatte ich bis zu 45 Minute die Hoffnung, es doch noch zu schaffen. Doch da machte mir eine meiner Lieblingsverteidigerinnen einen Strich durch die Rechnung: Ich sah den Ball aufs Tor zukommen, lief auf ihn zu und rief „ich habe ihn!“ (ja, ich kann das durchaus!). Erwartungsvoll sah ich ihn bereits in meine Arme rollen, doch ganz kurz vorher, ein kleiner Kick und direkt vor meiner Nase wurde mir der Ball von der eigenen Verteidigern weggeschossen, direkt vor die Füße der Niendorferin, die ihn ins Tor schoss. Aus der Traum…
Wenigstens schoss Vivi in der 67 Minute den Ausgleich. Da kam in der 79 Minute eine Spieler mit Ball auf Mici zu, die kurz vor dem 16 Meterraum stand. Ganz entspannt dachte, ich: „Klar, das klärt Mici, wie gewohnt“, doch dann war die plötzlich an Mici vorbei und lief zusammen mit einer anderen Spielerin von Niendorf auf mich zu. „He, so kurz vor Schluss, lasse ich mir doch das Unentschieden nicht nehmen…“, dachte ich, und lief auf die beiden zu, warf mich hin und hatte ihnen den Ball abgenommen. Mici kam sofort auf mich zu und rief:“Pirko, Du geile Sau!“. Gibt es ein schöneres Kompliment von einer Kapitänin?

Um mit Sarahs (übrigens noch ein vielversprechender Neuzugang) Worten zu enden: “ Ich freue mich schon riesig auf die nächste Saison und muss sagen, dass es mit Euch riesig Spaß macht, Ihr seid echt ne coole Truppe“
Hüpfenviele

Stolz und mega glücklich

Mai 25th, 2014

Mit stolz geschwellter Brust verließen wir den Platz…Nein, stimmt gar nicht, wir ließen uns einfach nur auf den Rasen fallen. Bis zum letzten hatten wir gekämpft. Die erste Halbzeit mit einer Spielerin in Unterzahl und die zweite dann mit zwei und das bei einer Hitze und gegen den Tabellen Dritten. Wir waren am Ende, aber stolz und mega glücklich, mehr als bei unserem letzten Sieg.
Denn unser Einsatz wurde belohnt. Die Taktik unseres Trainers 4,1 war genau richtig. Vorne mit einer Spitze und hinten mit einer 4-Kette.
Als ich gleich in den ersten Minuten nicht aufpasste und meine Gegenspielerin an mir vorbeisauste, da klärte Sharly das, allerdings nicht ganz regelkonform und erhielt vom Schiri auch gleich eine Verwarnung. Für mich war klar, ich muss besser aufpassen, nicht nur weil wir sonst das erste Tor kassieren, sondern viel schlimmer, weil Sharly womöglich noch vom Platz fliegt. Letzteres wollte ich noch viel weniger.
Leider fingen wir dann doch in der ersten Halbzeit das 0:1. Ich ärgerte mich: Ich hätte noch meinen Fuß dazwischen halten müssen. Gegen den platzierten Schuss in die rechte untere Ecke hatte Caro, unsere Ersatz-Ersatztorfrau keine Chance. Emma, unsere Ersatztorhüter, hatte sich beim letzten Spiel die Finger verstaucht und die Schulter geprellt. Trotz allem spielte sie wenigsten als linke Verteidigerin, aber ins Tor konnte sie mit der blauen Hand nicht gehen. Doch Caro machte ihre Sache super, hielt alle weiteren Schüsse, souverän nahm sie die Bälle im 16ner an und haute die Abstöße bis vors gegnerische Tor, wo in der ersten Halbzeit Anja, unsere Stürmerin, sich tapfer aufrieb.
In der zweiten Halbzeit nur noch zu fünft auf dem Platz, musste unsere 4-Kette alles abwehren. Emma links, Mici und Sharly in der Mitte und ich ganz rechts. Mici hatte uns gut im Griff und so liefen die Billstedter immer wieder ins Abseits. Wie gut, dass der Schiri das Abseits auch pfiff.

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Wir standen klug und hauten die Bälle nur noch nach vorne. Wenn tatsächlich eine Spielerin von Billstedt in der Mitte durchkam, so klärten Mici und Sharly das souverän. Die beiden waren es auch, die tatsächlich ab und an nach vorne stürmten und trotz allem die eine oder andere Torchance herausspielten. Woher sie die Kraft nahmen, war mir schleierhaft. Doch dann machte Caro mal wieder eine ihrer Megaabschläge, Sharly lief los, holte sich den Ball und versenkte ihn im Tor. smiley1175
Wir jubelten und die Billstedter guckten sich nur erstaunt an.
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Nun musste Billstedt noch mal alles geben. Sie rannten gegen uns an, aber wir standen strategisch gut und fest in unsere 4-Kette. Mici feuerte uns immer wieder an: „Mädels, das sieht klasse aus!“. Jede kämpfte für die andere und gab alles. Dies beindruckte sogar die Billstedter, sie spielten nicht nur ausgesprochen fair, sondern meine Gegenspielerin sagte bereits wären des Spiels: „Glückwunsch zu Eurem starken Stellungsspiel!“.
Wir schafften es tatsächlich dieses 1:1 bis zum Abpfiff zu halten. Unsere Fans kamen zu uns auf den Rasen und beglückwünschten uns mit einer Laolawelle. la-ola-smilies-0004Und Julian, unser Trainer, war glücklich und megastolz, was er sich auch verdient hat. He Mädels, so macht Fußball Spaß!

„Gott nahe zu sein ist mein Glück.“ (Psalm 73, 28)

Januar 12th, 2014

So lautet die Jahreslosung 2014. Sie hat mich sofort angesprochen, was nicht selbstverständlich ist. Die aus 2013 hatte ich schon vergessen und musste erst nachschauen. Gut erinnern kann ich mich an die aus 2006 “Ich lasse dich nicht fallen und verlasse Dich nicht”. Im Jahr 2006, ein für mich ganz wichtiges Jahr, in dem sich ein Teil meines Lebens komplett verändert hat, war es eine ganz besondere Aussage, die mir viel Mut gemacht hat, meinen Weg zu gehen. Als ich dann mit Ruben schwanger war, wusste ich sofort, das wird sein Taufspruch.

Losung2014
© Birgit Steinert

Sofort angesprochen hat mich auch die Losung für den Kirchentag in Hamburg “Soviel Du brauchst”. Der Schal hängt immer noch in meinem Zimmer. Ja, soviel ich brauche, dachte ich, genau, das möchte ich, nicht weniger, aber auch nicht mehr und Gott wird es mir geben, ich muss nur darauf vertrauen. Mit diesem Motto haben ich dann auch den Kirchentag erlebt, meinen ersten.

Die Jahreslosung 2014 hat mich sofort an meinen “Fast-Konfirmationsspruch” erinnert. Mein Pastor hatte für mich herausgesucht: “Mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.” doch mit 15 konnte ich damit noch nichts anfange, aber auch ohne mein Konfispruch zu sein hat er mit immer wieder durch Leben begleitet.

Und nun zu Losung 2014 “Gott nahe zu sein ist mein Glück”. Genauso fühle ich es, was für ein Glück. Das weiß ich jetzt zu schätzen, wo ich ihm wieder nahe bin. Das erste Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, ihn verloren zu haben. Für mich war 2013 kein schönes Jahr, zumindest die erste Hälfte. Alles in meinem Leben war gerade dabei zu zerbrechen, mein Leben rieselte wie Sand durch meine Hände, ich konnte es nicht auffangen. Ich war am Boden zerstört und fühlte mich so einsam. Selbst Gott war für mich nicht mehr da. Ich fand keinen Zugang zu ihm, so verschlossen hatte ich mich. Noch nicht einmal beten konnte ich. Das war unerträglich. Nicht einmal nach Tobias Tod hatte ich ihn verloren, sondern er war mir so nah wie nie zu vor. Anders hätte ich diese Zeit auch kaum überstanden.

Doch durch den Kirchentag und viele Gespräche mit meiner Freundin konnte ich mich wieder öffnen und so bin ich glücklich, ihm wieder nah zu sein.

Schnee, Eis, sieben Spielerinnen und drei Punkte… Trainerherz, was möchtest du mehr?

Dezember 8th, 2013

Bei besonders gewöhnungsbedürftigen Platzverhältnissen, konnten sich die Damen des TSV Buchholz 08 verdient mit 1:0 bei Barmbek/Uhlenhorst durchsetzen.

Die ersten Schritte bei der Besichtigung des Platzes ließen schon erahnen, dass es ein besonders schwieriges Spiel werden würde. Für unser technisch starkes Kurzpassspiel war der von Schnee und Eis bedeckte Platz wirklich nicht ideal, aber wie heißt es so schön? Gute Mannschaften stellen sich auf alle Platzverhältnisse ein – und so war es.

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Mit schneeweißen Trikots, wie passend, begann der TSV, der einmal mehr ohne Einwechselspielerinnen angereist war, schwungvoll und konnte trotz rutschigem Boden sich die erste Chance erarbeiten. Die beiden Mittelfeldspielerinnen Caro und Vivi  mit einem wunderbaren Doppelpass, den Vivi dann wunderbar in den Lauf von Sharleen spielte. Diese konnte aber den nassen Ball nicht richtig kontrollieren, so dass der erste Schuss die Torfrau von BU noch nicht wirklich forderte.

Hinten agierte Buchholz souverän aus einer Dreierkette heraus, so dass Torhüterin Frauke, die das letzte Spiel für den TSV bestritt, wenig zu tun hatte. Zwei großartige Paraden durfte sie aber in der ersten Halbzeit doch zeigen.

Fussball201312072
Der Einsatz stimmte

Nach der Halbzeit, in der Frauke gegen Emma im Tor getauscht wurde, begann der TSV druckvoll. Angeführt von Abwehrchefin Mici spielte sich Buchholz eine Chance nach der Anderen heraus. Im Abschluss hatten aber weder Vivi, Caro, noch Frauke das nötige Glück.

In der sechzigsten Minute meldete sich BU mit einem Pfostenschuss, der einzigen Torchance der zweiten Halbzeit vom Heimteam. Buchholz konnte einfach durch Dodo, Sharleen und Mici viele Angriffe schon im Keim ersticken, in dem die Abwehrkette ein super Pressing spielte und auch die Mittelfeldakteure stark nach hinten mitarbeiteten.

In der 65. Spielminute war es dann soweit. Nachdem Frauke einen Pass von Sharleen locker mitnahm und zwei Gegenspielerinnen aussteigen ließ, legte sie quer auf Caro, deren Schuss geblockt wurde. Vivi, gedankenschnell, nahm den Abpraller und schob ihn der Torhüterin durch die Beine ins linke Eck.

Danach erspielte sich der TSV mehrere Chancen, die leider nicht genutzt werden konnten. Mit dem Abpfiff und dem Ende der Herbst-Serie, steht der  6.Platz mit sechs Siegen und einem Unentschieden bei 22:24 Toren aus elf Spielen zu Buche.

Die zahlreich mitgereisten Fans feierten ausgiebig und hinterließen noch eine Botschaft auf dem Platz:
Choreo[1]

Keine Ahnung wie, aber der Ball war plötzklich über der Linie

Dezember 5th, 2013

Nachdem schon die erste Beschwerde kamen, wo denn der Spielbericht bleib – ja Emma Du hast ja völlig Recht – , setze ich mich doch mal daran…
Heimspiel gegen Uhlenhorst-Adler, mein 8 Spiel. Samstag morgen um 10:30 Uhr.

weihnachtsfeier2013

Normalerweise nichts besonderes, doch wir hatten den Abend vorher mit der Mannschaft schön gefeiert.
Party
Das war taktisch nicht unbedingt schlau, aber wir hatten viel Spaß am Abend und waren alle best gelaunt und pünktlich…naja fast alle…beim Spiel. Es war mal wieder sau kalt und der Schiri fragte uns mitleidig, ob wir denn keine langärmeligen Trikots hätten. Haben wir schon, aber nein die Blau-Schwarz-Gestreiften müssen es nicht sein. So kalt kann es gar nicht sein.
Und ich war wieder etwas aufgeregter, weil meine Freundin zum Zugucken kam. Sie war extra früher losgefahren, um mich spielen zu sehen und hielt tapfer bei der Kälte aus.
Uhlenhorst Adler war ein starker Gegner: Dritter Tabellenplatz und hat mit Abstand die meisten Tore geschossen. Konzentriert fingen wir an und hatten gleich am Anfang viele gute Chancen. Dann trat Caro die Ecke, der Ball ging direkt vors Tor. Ich weiß nicht genau wie, aber Emma brachte den Ball über die Linie und schoss ihr zweites Saison-Tor. Mici lief ihr entgegen:” He, Emma, ich weiß nicht mit welchen Körperteil Du das Tor gemacht hast, aber super!”. Wir freuen uns alle.
Freude

Frauke, wieder im Tor, hielt wie schon fast gewohnt klasse. So gut, dass nach dem Spiel eine von UH-Adler meinte, sie sollte doch Torwart werden, so gut sei sie gewesen. Da grinste Frauke sie nur an und meinte: “ Du weißt nicht, wie ich auf dem Feld spiele!”.
Doch wir konnte die Führung nicht halten und Uhlenhorst gelang zur Pause der Ausgleich.

In der Pause hatte Julian nur eine Vorgabe – schließlich wollte er uns nicht überfordern – und erklärte zum hundertesten Mal, dass die Stürmer nach dem Abstoß durch laufen sollen, weil die Abwehr keinen Ball annehmen könne. Deren Abwehr war wirklich alles andere als gut, leider konnten wir dies nicht nutzen.

Auch war die Lücke zwischen Abwehr und Mittelfeld – hatten wir eigentlich ein Mittelfeld? – zu groß, so dass wir die Bälle nicht nach vorne brachten.

Dann kam unsere Chance: Die Torhüterin hatte einen Rückpass in die Hand genommen: Freistoß keine 10 m vor dem Tor. Mici lief mit breitem Grinsen nach vorne… die Mauer bildete sich quasi auf der Torlinie. Ich dachte nur, dass ich mit denen bei Micis Schuss nicht tauschen möchte. Im Zweifel schießt sie den Ball mit Spieler ins Tor. Caro tippte an und Mici schoss, doch leider gelangt es ihr nicht, den Ball ins Tor zu befördern.

Ja es war kalt und so langsam tat mir Anne schon leid, die draußen stand, zuguckte und vor sich hin fror Frieren
und leider auch kein weiteres Tor von uns sah. Lustiges Bild: Sie warm eingepackt und Julian wie immer nur in T-Shirt und der forderte jede Spielerin, die ausgewechselt wurde eindringlich auf, sofort ihre Jacke anzuziehen.

Auch wenn wir immerhin eine Einwechselspielerin hatten, konnten wir das konditionell nicht ausgleichen. Auch fehlte uns die nötige Aggressivität, nicht dass wir die anderen umnieten wollten, aber mehr Biss wäre sicher nicht verkehrt.
Umnieten
So wie mich Mici anfeuerte, als ich neben einer Gegenspielerin herlief: ”Pirko bleib dran…bleibt dran, Du kriegst sie …geh drauf !” und ich blieb dran!

Das Spiel der Uhlenhorster wurde jedoch maßgeblich von einer Spielerin dominiert, die vorne im Sturm spielte und wirklich gut war. Ich höre noch Mici rufen:” Pirko bleibt bei der 10. bleibt da dran!”. Leider schafften wir das nicht immer und die konnte aus jeder Position hart aufs Tor schießen und so kassierten wir noch zwei weitere Tore.

UHAdler

Mein siebtes Spiel: Auswärts gegen Poppenbüttel am Sonntagmorgen und wieder ein Sieg !

November 25th, 2013

Per Whatsapp stimmten wir uns den Abend vorher ein. Jetzt weiß ich auch, warum Julian vor solchen Spielen in die Gruppe einlädt: Nicht nur, damit er weiß, wer zum Spiel kommt, nein, damit er während seiner Nachtschicht genau im Blick hat, wer noch wie lange on ist…wie gut, dass ich rechtzeitig auf‘s Festnetztelefon umgestiegen war 😉 Kurz nach 5 Uhr war die Spitzenreiterin! (Wer wird nicht verraten).

Die Mannschaftsaufstellung war dieses Mal für Julian eine echte Herausforderung, aber dafür hatte er auch die ganze Nacht über genug Zeit.
Mici erklärte: „Also ich werde mich morgen umziehen. Kann aber nichts versprechen – nach jetzigem Stand sieht es nicht so supi aus“. Damit alle wusste warum, schickte sie uns dies:
Toilette

Frauke, offenbar gerade dabei ihre Tasche zu packen, postete: „Hat jemand vlt. noch ein paar schwarze Stutzen? Finde meine gerade irgendwie nicht“.

Emma und Anja hatten sich ganz abgemeldet und unserer Torhüterin postet plötzlich: „Ich hoffe, ich bin morgen fit, da ich krasse Halsschmerzen habe.“ und fiel dann doch kurzfristig wegen Mittelohrentzündung aus. Während seine Nachtschicht stellte er in Gedanken verschiedene Konstellationen zusammen, um dann vor dem Spiel wieder alles über den Haufen werfen zu müssen, da Frauke, die für Ela ins Tor gehen wollte, verschlafen hatte und Sharleen vermisst wurde. Nach längerem hin und her, erklärte sich Caro bereit, ins Tor zu gehen, bis Frauke kommt. Unser Trainer zeichnete sich trotz dieser Widrigkeiten mit Nervenstärke, Flexibilität, positiven Denken und vor allem guter Laune aus.

Wir waren alle fertig umgezogen, in unseren schicken blau-schwarz gestreiften Trikots. Mici versicherte uns, dass die das kleiner Übel seien, aber wahrscheinlich hatte sie dabei nur im Blick, dass ihr niegelnagelneuen pinkfarbenen Fußballschuhe, nicht zu den roten Stutzen passten, die wir sonst hätten anziehen müssen ;-).
Schuhe

Wir hatten Glück, denn der Schiri kam nicht und so suchte die Heimmannschaft erst einmal einen anderen Schiri. Das gab uns Zeit und wir alle hofften, dass Frauke noch rechtzeitig komme. Als dieser gefunden war, baten wir, noch ein paar Minuten zu warten bis unsere Torhüterin da sei. Für die anderen war das glücklicherweise kein Problem! Die Trainerin erklärte: „Wir wollen Spielen und Spaß haben“.

Da kam Frauke, etwas müde, noch nicht wirklich kommunikativ und ging in ihr Tor. Wir konnten endlich anfangen.

Vivi, unsere quirlige Mittelstürmerin, schoss das erste Tor. Keiner kann sich so schön freuen wie Vivi. hüpfen

Caro fehlte leider etwas Glück zum Tor, dabei hatte sie sich einige gute Chancen herausgespielt. Und auch Dodo schoss ein wunderschönes Tor…leider hatte der Schiri vorher Abseits abgepfiffen.

Frauke inzwischen hellwach, deutlich kommunikativer rief von hinten: „He, Pirko, die Blonde da rechts außen, die hast du im Blick?“ „Klar, habe ich die jetzt im Blick!“. Verlegen

Frauke litt etwas unter Vereinsamung in ihrem Tor. Bei strahlendem Sonnenschein, die Sonne stand leider sehr tief und blende sie, stand sie mit einer Hand über den Augen und jammerte: „ Mir werden die Arme lahm!“. Zum Glück spielte Mici doch durch, denn sie hielt so Frauke da hinten bei Laune.

Kurz vor der Pause jagte ich hinter einem Ball her. Wie gesagt die Sonne stand tief und wir spielten gegen die Sonne, so sah ich nicht, dass zwei gegnerische Spielerinnen ebenfalls zum Ball liefen. Ich spürte nur einen Schlag gegen meinen Kopf und sah, wie die andere Spielerin zu Boden ging. Sterne Ich fasst mich nur an die Stirn, war aber okay. Mici kam gleich auf mich zu und fragte, ob alles in Ordnung sei, was ich bejahte. Da ich keine Anstalten machte, zum Kühlen zu gehen, schickte sie mich kurzerhand raus. So verbrachte ich die letzten Minuten der ersten Halbzeit am Spielfeldrand mit einem Kühlpacks am Kopf. Natürlich hatte sie Recht, wenn ich nicht gekühlt hätte, wäre das wirklich eine Beule geworden. So hatten sich nur der Abdruck der Mütze, die die Gegenspielerin getragen hatte, in meiner Stirn verewigt.

Bis zur Pause führten wir 2:0. Julian erklärte uns in der Kabine, dass ihm das nicht reiche und er noch mehr Tore sehen wolle.

Ein weiteres Tor wollte uns zunächst nach der Pause nicht gelingen. Plötzlich war die Nr 7 durch und rannte alleine mit dem Ball auf Frauke zu. Die blieb cool, warf sich vor sie hin und wehrte den Schuss ab.

Dann hatte ich den Ball abgefangen und um mich herum viel Platz. Da hörte ich auch schon Mici von hinten schreien: „Zieh…Pirko…ja zieh..geh durch!“. Also fasste ich mir ein Herz und ging, bis dann doch eine Abwehrspielerin vor mir stand und ich noch in Richtung Sturm passen konnte.

Endlich gelang uns noch ein weiteres Tor und wir führten 0:3.

Bei Poppenbüttel spielte ein 11 Jahre ältere Spielerin. Respekt, die war wirklich gut drauf und schoss dann auch das einzige Gegentor. Frauke hatte keine Chance.

Aber wir gewannen mit 1:3 das Spiel, unser zweites in Folge, was uns den 6. Tabellenplatz bescherte.
Hüpfenviele

Woran erkennt man, dass man alt wird?

November 16th, 2013

“Pirko, Du kannst Dir nicht vorstellen, was mir letzte Woche auf dem Konzert von Olly Murs passiert ist, es war ganz schrecklich!”, sagte mir meine Freundin Janina (34). “Und was war so schrecklich?”, fragte ich. Sie erklärte: “Ich bin ja bei solchen Konzerten immer zeitig dort. Da standen die ganzen Teenies, so zwischen 12 und 14 Jahre alt am Eingang und unterhielten sich über Hausaufgaben, Lehrer, Zahnspangen und Ausgehzeiten! Gut, das war schon klar, dass dort viele Jüngere (mit ihren Eltern) ins Konzert gehen, aber dann kam doch tatsächlich so ein Mädchen auf mich zu und fragte mich : > Entschuldigen SIE (!!!), können SIE bitte sagen, dass SIE meine MUTTER sind, damit ich länger auf dem Konzert bleiben kann?“ Ich hätte der am liebsten einen geknallt!< Das war zugegeben hart und sie ahnte: Sie ist alt! Aber woran erkennt man, dass man alt wird? Bis zu einem gewissen Alter nimmt jeder es wahr, wir fiebern gerade drauf zu: Endlich alt genug, um in den Kindergarten oder die Schule gehen zu dürfen, dann in die Disco. Endlich 16 und ich darf Wein trinken, endlich 18 um Führerschein zu machen, zu wählen und sein eigenen Lebens zu führen. Tja und dann wird es uninteressant. Irgendwann bleibt man stehen, nimmt nicht mehr wahr, dass man älter wird. Warum auch? Das erste Mal, dass ich fühlte, ich werde älter, war, als ich nicht mehr die Top Ten der Charts kannte. Okay, jetzt ist es soweit, dachte ich. Lehrer sind auch ein gutes Beispiel: Lehrer sind immer älter als man selbst, zumindest als Schüler. So muss es sein. Dann war ich auf einem Geburtstag einer Freundin, einige ihrer Freunde waren Lehrer. Oh, Lehrer sind plötzlich genauso alt wie ich. Das war schon ein komisches Gefühl, bis mein zweitältester Sohn eingeschult wurde …seine Klassenlehrerin war jünger als ich und dann einige Jahre später dachte ich, dass ein langjähriger Lehrer ein Referendar wäre. Gut…ich werde alt! Vor drei Jahren war ich mal wieder an der Uni, hörte mir eine Vorlesung an. Boa, was sich da an der Uni inzwischen getan hatte: Professoren mit Powerpoint-Präsentation und nicht mehr mit unleserlichen Schmierereien auf einem Overheadprojektor. Ich war ganz begeistert. Doch der Rest war schnell vertraut, als wenn ich gerade erst von der Uni war…bis eine Studentin sich zu mir rüber beugte und fragte: ”Entschuldigen SIE, können Sie mir einen Stift leihen?”. Sie hatte mich doch tatsächlich gesiezt! Das tat schon weh…an der Uni gesiezt zu werden. Doch dann kam es noch schlimmer: Ich war mit meiner Basketballmannschaft zusammen...nach dem Training auf ein Bierchen. Sie bestand aus Spielerinnen zwischen 18 und 39 Jahre. Ich war inzwischen die Älteste. Eine Mitspielerin erzählte, dass sie nächste Woche Führerscheinprüfung habe. Da holte die andere ganz stolz ihren Führerschein raus, zu meinem Erstaunen, eine kleine Scheckkarte. Hätte ich doch bloß meinen Mund gehalten: ”Wie!? Sieht so jetzt ein Führerschein aus? Gibt doch mal her! Wie lustig!”. Die beiden guckten mich mit großen Augen an. Dann erklärte unser Trainer, um einiges jünger als ich, ganz souverän:” Ein richtiger Führerschein sieht so aus!” und holte seinen rosa Führerschein heraus, der etwa halb so groß war wie eine Postkarte. Ich konnte nicht anders und lachte ihn aus: ”Arik, weißt du überhaupt, woher das Wort Lappen kommt?” Ich holte meinen großen, grauen Führerschein von 1985 raus.

Führerscheinkl
Man achte darauf, dass oben noch „Fräulein“ steht!

“Wie das ist Dein Führerschein? Zeig doch mal!”. Mit diesen Worten wurde er mir von meinen Mitspielerin aus der Hand genommen. Es ließ sich nicht mehr ändern. Natürlich ein Gelächter über das uralte Bild von mir, was aber noch nicht das Schlimmste war. Als er bei der 18jährigen wieder angelangt war, schaute sie ihn sich genauer an: ”So lange hast Du schon Deinen Führerschein? Da war ich ja noch nicht einmal geboren!”. Damit beendete ich die inzwischen peinliche Situation und steckte meinen Lappen schnell wieder ein.

Da wusste ich, okay, ich bin alt!

Es war ein nasskalter Abend, an dem dieses denkwürdige Spiel stattfand.

November 15th, 2013

Es war ein nasskalter Abend, an dem dieses denkwürdige Spiel gegen Wedel stattfand.
Unter schummrigem Licht, begannen wir mit drei Abwehrspielerinnen und drei Offensivkräften schwungvoll und erarbeiteten uns im Minuten Takt große Chancen. Eine erste gelungene Aktion glückte uns über vier Stationen – Emma, unsere Linksverteidigerin spielte einen wunderbaren Pass in den Lauf von Caro, die den Ball auf die andere Seite zu Sharleen schippte. Diese nahm den Ball gekonnt mit der Brust an, drehte sich um ihre Gegenspielerin und legte quer auf Vivien, deren Schuss knapp am linken Pfosten vorbei strich.
Keine zwei Minuten später konnten wir nach unserer vierten Ecke das erste Tor erzielen. Vivien zog zwei Gegenspielerinnen auf den ersten Pfosten, sodass Sharleen alleine vor dem Tor die starkgetretene Ecke von Caro zur Führung verwandeln konnte. Euphorisiert von der frühen Führung, für uns eher untypisch, legten wir wenig später nach. Nach tollem Pass von Pirko, unserer Rechtsverteidigerin, lief Sharleen zur Grundlinie, legte den Ball klug zurück und Vivien konnte mit einem unhaltbaren Direktschuss die Führung ausbauen.

Wir erarbeiteten uns weitere Chancen, doch im Abschluss fehlte öfters das berühmte Quäntchen Glück. Um den Druck hochzuhalten, wechselte Trainer Julian die drei Offensivkräfte aus und brachte mit Dodo, Birgit und Anja eine neue Sturmreihe, die sich zahlreiche Chancen erarbeite, ohne sich jedoch mit einem Tor zu belohnen. Wir probierten neue Positionen aus, in dem die Stürmerinnen hinten spielten und die Abwehrspielerinnen vorm gegnerischen Tor Druck ausüben sollten. Dieses Experiment wirkte sich zuerst negativ auf den Spielfluss aus, aber mit der Zeit fanden sich unsere extrem flexiblen Spielerinnen immer besser zurecht und konnten den Gegner ein ums andere Mal in Verlegenheit bringen.

In der Halbzeit konnten wir uns erwärmen, ein paar Worte des Lobes abholen und neue Kraft für eine intensive zweite Halbzeit sammeln.
Wedel kam ein wenig mutiger aus der Kabine, scheiterte jedoch jedes Mal an der starken Torfrau Ela, die nicht nur durch gute Paraden auffiel, sondern durch extrem schnellausgeführte und präzise Abschläge zahlreiche gute Chancen vorbereitete.
Angeführt von der überragenden Kapitänin Mici, steigerte man sich in der zweiten Halbzeit kontinuierlich und nach fünfzehn Minuten war es Anja, die mit einem starken Schuss an der gegnerischen Torfrau scheiterte.
Doch wenig später war es soweit – nach einem tollen, eröffnenden Pass von Sharleen, leitete Emma geschickt zu Mici weiter, die überlegt ins rechte Eck schob und für die Vorentscheidung sorgte.
Nach weiteren zahlreichen Wechseln, konnte Sharleen nach toller Kombination von Birgit, Dodo und Caro auf 4:0 erhöhen, was gleichbedeutend mit dem Endstand war.

Wedel

Was am meisten am Spiel überraschte, war die mannschaftliche Geschlossenheit und eine starke Leistung von der Nr. 1 bis zur Nummer 14. Großer Einsatz, hohes Laufpensum, starkes Pressing und wundervolle Kombinationen ließen den Sieg auch in dieser Höhe verdient erscheinen und begeisterte die zahlreichen Fans.

Nach dem Spiel feierte die Mannschaft den Sieg und nachträglich den Geburtstag von Vivien bis spät in die Nacht.

© Julian

Mein 5. Spiel und das Erste vor meinen Fußballmännern

November 11th, 2013

Mein 5. Spiel, diesmal gegen den Tabellen 2. Altona 93, bei super schönen blauen Himmel, allerdings lediglich 7 Grad, am Sonntagnachmittag. Und ich war wieder etwas aufgeregter, denn meine Fußballmänner hatten sich zum Zugucken angekündigt. Julian hatte mir gleich gesagt, ich sollte sie lieber zum Mittwoch einladen, da wir da gegen Wedel spielen würden.
Ruben, mein 6 jähriger begrüßte mich: ”Mama, ihr verliert ja doch!”. Super Motivation. Von 93-Fans wurde ich dann auch noch gefragte: “Wem denn dieses Kind gehöre! Da hätten die Eltern wohl was falsch gemacht!”.
Kai war auch da und guckte zu. Beim Basketball hatte er das auch oft gemacht und da war ich weniger nervös. Aber kein Wunder, von Basketball verstand er auch nichts und kann es selber auch nicht spielen. Aber Fußball, das ist was anderes. Zum ersten Mal sah er mich in Aktion. Aber nicht nur meine Männer wollten mich sehen, sondern auch Janina eine ehemalige Basketballkollegin und Freundin. Ich hatte sie schon versucht mit zum Fußball zu locken, aber bislang noch erfolglos. Sie hatte natürlich ihre Kamera dabei und ich freute mich gleich auf Fotos vom Spiel (Vielen Dank für die Fotos :-)). Und auch Sharleen, leider verletzt, kam zum Zugucken und Anfeuern.

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Emma und Pirko

Leider waren wir auch noch nur zu siebt. Mici, Emma, Dodo, die noch nicht wirklich wieder einsatzfähige Anja, Birgit und ich. Durchschnittsalter 33.
Julian versuchte uns positiv einzustimmen: Wie gegen den HSV hätten wir auch hier jede Möglichkeit und bat uns, dieses Mal doch die ersten Minuten nicht zu schlafen. Wir spielten hinten mit vier Abwehrspielern und vorne mit Anja und Birgit im Sturm.
Altona kam im Gegensatz dazu mit 10 Spielerinnen. Konnte also Auswechseln. Gleich von Anfang an wenigstens eine sympathische Mannschaft und da unsere Stimmung auch gut war, freute ich mich auf das Spiel.

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Pirko und Mici

Leider haben wir Julians Bitte nicht entsprochen und gleich in den ersten Minuten wieder ein Gegentor eingefangen. Aber es blieb nicht bei dem Tor, sondern noch zwei weitere folgten. Sehr sympathisch war dann, als Mici eine super Weitschuss aufs Tor zimmerte, dass sie von den Altonaern Applaus bekam. Das Spiel war insgesamt sehr fair, es wurde nicht gefault, nicht gepöbelt und auch der Schiri war gut, außer dass er ein Abseitstor gegen uns gab :-(.

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Unser Sturm arbeite vorne, trotz aller Widrigkeiten, ganz tapfer und holte zumindest ein paar Ecken heraus. Eine davon schoss Anja so scharf vors Tor, dass die Torhüterin diesen nicht richtig hielt und er ins Tor ging. Und so stand es zur Halbzeit 1:3.
In der Pause baute uns Julian auf: Es sei doch noch alles drin. Auch gegen den HSV hätten wir doch ein Unentschieden herausgeholt.
Leider schafften wir nicht, das umzusetzen und Altona schoss noch drei weitere Tore. Aber immerhin hatte ich meinen ersten Torschuss und das mit Links.