Waren Sie schon einmal in unsere Kirche?
Nein, nicht im Gottesdienst, sondern einfach so mitten beim Einkaufen in der für Sie geöffneten Kirche?
Ich mache das regelmäßig. Meistens freitags, wenn ich Einkaufen gehe. Neulich habe ich das nicht nur mit meinem jüngsten Sohn, der dies in der Karre oft verschläft, sondern auch mit meinem Sohn Pascal ( 6 ½) gemacht. Unsere Kinder gehen gerne in Kirchen, weil wir dies in fast jeder Stadt machen, die wir besuchen. Obwohl sie sehr lebhaft sind, werden sie dort immer ganz ruhig und haben inzwischen auch verstanden, dass man dort nicht durch kurze kleine Schreie die Akustik prüft.
Pascal ging sofort nach vorne, wo ein kleiner Tisch aufgebaut war, liebevoll geschmückt, mit einer Schüssel mit Sand, in der eine Kerze brannte, daneben die Bibel und andere Bücher, die zum Lesen einluden und sagte: Mama, ich möchte eine Kerze für Tobias anzünden, aber wo kommt denn das Geld für die Kerze rein?. Aber schon hatte er den kleinen Kasten entdeckt und sofort zündete er an der brennenden Kerze seine Kerze für seinen Bruder Tobias an.

Auch wenn ich alleine bin, zünde ich eine Kerze für Tobias, unseren ersten Sohn, der bei der Geburt starb, an, bete und setze mich dann in die Bank. Dann genieße ich die Ruhe, diese wunderbare Stille und nehme mir einfach mal Zeit zum Nichtstun. Natürlich könnte ich das auch bei uns zu Hause bei einer Tasse Tee machen wenn es tatsächlich mal ruhig wäre -, aber das ist nicht das Gleiche. Hier in der Kirche läutet kein Telefon, guckt mich keine Wäsche an, die in der Keller getragen werden will, kein Spielzeug unter dem Tisch lugt hervor, das aufgehoben werden will,…
Hier kann ich einfach nur sitzen und bekomme ein wunderbares Geschenk:
Zeit der Stille
Vielen Dank an die Ehrenamtlichen, die unsere Kirche für uns öffnen.
Ürsprünglich geschrieben 2006
veröffentlicht im Paulusbrief